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Über die Hälfte aller Pendler zahlen bei C02 Regel drauf

19. Dez. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 1940 mal gelesen
Über die Hälfte aller Pendler zahlen bei C02 Regel drauf
Die C02-Regelung wird das Leben verteuern - am heftigsten trifft es Pendler die unter 21 Kilometer fahren müssen

Die C02-(Straf)Abgabe wird steigen, darüber wurde bereits ausführlich berichtet. Der ADAC hat sich nun die eigentlichen Zahlen zu den deutschen Auto-Pendlern einmal genauer angeschaut - und nachgefragt. Paradox: Die Anhebung des Ausgleiches für Pendler ab dem 21. Kilometer bestraft mehr als die Hälfte aller Pendler - während gleichzeitig Pendler, die lange Strecken zurücklegen, für vieles Fahren belohnt werden. Das widerspricht dem eigentlichen Gedanken und benachteiligt alle, die weniger Kilometer zurücklegen. Denn sie bekommen den Bonus nicht. Wer die geplanten Boni (Senkung der EEG-Umlage bei den Stromkosten, s.u.) einrechnet, kommt auf den Schluss: So richtige Sieger sind Elektroauto-Fahrer die viel Kilometer zurücklegen und ausschliesslich Strom zuhause (oder irgendwo gratis, z.B. beim Arbeitgeber) tanken.

53 Prozent aller Pendler fahren weniger als 21 Kilometer am Tag

Lediglich 47 Prozent aller Pendler erreichen überhaupt die 21-Kilometer Marke, die für den Pendler-Ausgleich als Grundlage gilt. Aber 53 Prozent aller Pendler kommen eben nicht auf 21 Kilometer - sie müssen die auf Spritpreis-Erhöhungen umgerechnete C02-Abgabe voll tragen. Der ADAC splittete die Gruppen wie folgt auf (siehe Grafik):



Letztlich werden auch Besitzer von Elektro-Fahrzeugen zur Kasse gebeten, denn auch Strom wird teurer. Wer keine eigene Wallbox / Ladestation mit eigener Abrechnung hat und auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, bekommt die teuerste Rechnung. Denn einen Bonus erhält man (geplant) beim Strom nur durch kleine Abzüge der EEG-Umlage, die aktuell sowieso nur maximal etwa 6,5 Cent pro Kilowattstunde ausmacht. Betreiber von Ladesäulen werden diesen Boni nicht weitergeben. Im Gegenteil, sie arbeiten Gewinn-orientiert - dürften also (nach einer Anlauf- oder Eingewöhnungsphase sowie Ablauf von Subventionen) immer teurer als Haushalts-Strom sein.

Auch Fahrer von Elektro-Autos sind von Strom-Verteuerung betroffen

Werfen wir eine detallierten Blick auf die Pendler-Umfrage des ADAC. Auffällig ist, das der überwiegende Teil der Pendler keine Möglichkeit oder Veranlassung sieht, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. 60 Prozent der Befragten gaben in der ADAC-Umfrage an, das sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden, der dem Wohnort näher liegt. 54 Prozent fühlen sich ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf.



Schnelligkeit, Flexibilität und Komfort der Autofahrt werden überwiegend als Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln genannt. Als nachteilig werden verkehrliche Aspekte wie Stau, rote Wellen und aggressive Verkehrsteilnehmer sowie Umweltbedenken empfunden. Dabei führt allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) Nachteile für das Klima als kritischen Gesichtspunkt der Auto-Nutzung an - gegenüber 57 Prozent, die sich über den Verkehr ärgern.

Fehlendes bzw. schlechtes ÖPNV-Angebot zwingt Pendler zum Auto

Ein Hauptgrund für die Wahl des Autos ist aber ein fehlendes ÖPNV-Angebot - für eine Mehrheit der Pendler ist das Angebot an Bus und Bahn nicht ausreichend. Aus Erfahrung wird auch perspektivisch offenbar nicht davon ausgegangen, das mittelfristig ein ÖPNV Angebot bestehen wird: Auto-Pendler können sich am ehesten vorstellen, eine Mitfahrgemeinschaft zu bilden. Betroffen sind hier vor allem ländliche Regionen, die schlecht bis gar nicht an den ÖPNV angebunden sind, weil dieser über Jahre ab- statt aufgebaut wurde.



Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC davor, bedeutende Teile der Bevölkerung beim Klimaschutz zu überfordern. Dies sollte bei der noch anstehenden Neugestaltung der Kraftfahrzeugsteuer beachtet werden. ADAC Vizepräsident für Verkehr Gerhard Hillebrand: "Pendeln mit dem eigenen Pkw entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland. Oft besteht auch keine echte Alternative."

Aus Sicht des ADAC wird Pendeln mit dem Auto auch langfristig notwendig bleiben, zumal es in vielen ländlichen Regionen kein ausreichendes ÖPNV-Angebot geben kann und wird. Hillebrand dazu: "Wir brauchen für echte Fortschritte beim Klimaschutz mehr grüne Auto-Mobilität. Gerade in der Fläche müssen wir die Antriebswende voranbringen, um bezahlbare und saubere Mobilität für jeden zu gewährleisten."

hs/greifenthal/hillebrand | Fotos/Grafiken: ADAC, PXHERE


 

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