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Al Ula-Neom Rally: Al Rajhi vor Bin Seaidan - Alonso Dritter

11. Nov. 2019 I Autor: Hansy Schekahn I 697 mal gelesen
Al Ula-Neom Rally: Al Rajhi vor Bin Seaidan - Alonso Dritter
Yazeed Al Rajhi und sein Ersatz-Beifahrer Konstantin Zhiltsov konnten am Ende mit ihrem Toyota Hilux gewinnen

Rallyraid-Motorsport pur durch alle fahrerische Klassen - die letzte Etappe der "Al Ula - Neom Rally" in Saudi Arabien, dritter Lauf zur "Saudi Toyota Desert Rally Championship", bot am Samstag nochmals feinsten Motorsport. Und drei Überraschungen: Yazeed Al Rajhi aus Saudi Arabien und sein russischer "Ersatz"-Beifahrer Konstantin Zhiltsov gewannen die Rally am Ende mit 06:35:52 Stunden. Zuerst hatten sich Sheikh Al Qassimi (UAE) und Xavier Panseri (FRA) am Freitag Abend mit technischen Problemen ihren Peugeot 3008DKR zurückgezogen, dann konnte die saudisch-russische Crew im Overdrive Toyota Hilux den Führenden Yasir Bin Seaidan und Francois Cazalet auch noch den Sieg mit 2:09 Minuten Vorsprung abluchsen.

Erstes Podium für Alonso und Coma bei dritter Rally in Wertung

Drittes Highlight, und eines, was diese Rally bei Vielen überhaupt in den Fokus brachte: Ex-Formel 1 Weltmeister Fernando Alonso und Ex-Dakar Sieger Marc Coma konnten nach einem überraschenden Start bei ihrer dritten Rally in Wertung (nach Südafrika und Marokko) mit 16:20 Minuten Rückstand mit Platz 3 erstmals auf dem Podium finishen! Somit dürfte eine kleine Rally wie die "Al Ula - Neom" sogar in die Motorsport-Geschichtsbücher eingehen. Beide fuhren von Anfang an eine konstante Linie mit ihrem Werks-Toyota Hilux, konnten ihren Speed mit dem Topspeed der schnellen Araber mithalten.





Dabei wurde es am Ende nochmal richtig dramatisch. Al Rajhi und Zhiltsov ginge als Zweite mit weniger als 2 Minuten Abstand in die letzte Etappe - man wollte ganz klar den Gesamtsieg. Doch fast alles entschied sich gegen die beiden: Erster Reifenschaden, zweiter Reifenschaden, Probleme mit der Lenkung, Hydraulik-Wagenheber (Jack) fällt aus, danach dritter Reifenschaden. Wie nun den Reifen wechseln, wenn das Auto nicht mehr hochgeht? Yazeed Al Rajhi entschied sich für die harte Lösung: Er fuhr den Toyota auf eine neben der Strecke verlegten Wasserablauf und bockte ihn so auf...

Der letzte Rallytag bot nochmals ordentlich Motorsport-Dramatik

"Die Etappe war voller Action und wir haben es geschafft!" freute sich Yazeed Al Rajhi nach der Stage. "Wir hatten von Anfang an Probleme, es begann mit den klemmenden Radschrauben. Aber wir haben es jeden Tag irgendwie hinbekommen und haben attackiert wie Hölle! Es hat geklappt und wir haben die Rally gewonnen, ein tolles Gefühl nach all den Problemen. Vor allem Konstantin hat einen tollen Job gemacht, wir haben gemeinsam gewonnen!"



Yasir Bin Seaidan und Francois Cazalet hatten ebenfalls mit zahlreichen platten Reifen zu kämpfen, aber am letzten Tag war es vor allem die Navigation, die sich für beide tricky erwies. Stolz konnten sie dennoch auf dem zweiten Platz abschliessen - und beide sind stolz, auch gegen Alonso und Coma angetreten zu sein. "Es war eine interessante Rally aber auch schwierig für uns," sagt Bin Seaidan nach der Rally. "Am Ende haben wir den zweiten Platz. Ein gutes Ergebnis für uns, denn damit führen wir die Meisterschaft vor den letzten beiden Läufen an. Es war schön Fernando Alonso hier zu treffen und es war eine tolle Erfahrung, gegen einen echten Weltmeister zu fahren."



Grosse Begeisterung auch bei dem jungen Franzosen Francois Cazalet, der das erste mal mit Yasir Bin Seaidan im X-raid Mini durch eine saudische Rally navigierte: "Das werde ich nie vergessen - mein erstes grosses Rennen mit Yasir und dann gleich auf dem Podium, neben den Top-Autos, neben Yazeed und Konstantin sowie Fernando und Marc, das ist eine der besten Erinnerungen meines Lebens. Damit hätte ich nie gerechnet als ich ins Flugzeug nach Saudi Arabien gestiegen bin!"

Der Ausfall von Al Qassimi am Freitag Abend mischte Karten neu

Bereits am Freitag hatte der vierte Anwärter auf das Podium am Abend überraschend aufgegeben. Der Emirati Sheikh Khalid al Qassimi hatte erst eine Zeitstrafe von 10 Minuten bekommen, was ihn auf den vierten Platz zurückwarf. Nach einem entdeckten Öl-Leck am Peugeot 3008DKR fiel man die Entscheidung, das Auto zu schonen und sich aus der Rally zurückzuziehen.

Damit war nicht nur der Weg für Alonso und Coma frei, sondern auch für zwei weitere Fighter der schnellen Fraktion, den Saudi Essa Al-Dossary mit dem Franzosen Sebastien Delaunay im Red-Lined Nissan Navara auf Platz 4 und schon 34:25 Minuten Rückstand - und die einzigen Europäer neben Alonso und Coma, Ex-Weltmeister Miroslav Zapletal aus Tschechien und Beifahrer Marek Sykora als der Slovakei. Sie schafften es mit ihrem Offroadsport Ford F-150 Evo mit 41:08 Minuten Rückstand auf Platz 5. Dahinter trennt sich bereits "die Spreu vom Weizen": Local Khalid Al-Feraihi und sein französischer Beifahrer Stéphane Duplé fuhren mit ihrem Nissan Patrol auf Platz 6 - aber mit bereits satten 01:21:37 Stunden Rückstand.





Bei den seriennahen T2 sind die Rallys in Saudi Arabien besonders spannend, da erstmal mehr Fahrzeuge dabei sind als üblich und diese zudem auch noch oftmals auf das gleiche Auto (Nissan Patrol) setzen, was dann eher das fahrerische und navigatorische Können der Piloten unterstreicht. Drei rein saudische Teams haben die T2-Führung unter sich ausgemacht. Salman Al Shammeri / Rasheed Al Toyawi gewannen mit 08:36:43 (Platz 11 gesamt) vor Yousef Al Suwaidi / Saud Al Tamimi (8:52:59 / 12. Gesamt) und Reda Al Shammeri / Shafi Al Shammeri (08:54:41 / 15. Gesamt).



Mehr oder weniger einsam zog der einzige Rallytruck seine Runden: Der Mercedes Unimog von Ibrahim Al Muhana / Osama Al Sanad / Raed Abo Theeb schaffte es in 12:06:13 Stunden ins Ziel - damit liegen sie auf Platz 28 der Gesamtwertung (von 42 Finalisten). Bestes SSV (das bei den Autos gewertet wurde, es gab noch eine gesonderte SSV-Klasse) waren die Locals Saleh Al Saif / Muath Al Arja mit ihrem Can Am in 09:17:07 Stunden auf Platz 19).

Die Gesamtwertung der "Saudi Toyota Desert Rally Championship" nach dem 3. Lauf steht noch nicht fest, diesen reichen wir nach. In der Meisterschaft stehen jetzt noch zwei Läufe aus, einer in Riyadh, einer in Sharqiyah. Wir sind gespannt, ob wir dort vor der Dakar Rally im Januar noch den einen oder anderen Überraschungs-Starter sehen...

Top 10 Autos Finale Gesamtwertung nach SS04 Samstag 09.11.2019

PL FAHRER / NAVIGATOR NAT RALLYCAR / FAHRZEUG KLASSE ZEIT DIFF
01 Al Rajhi, Yazeed / Zhiltsov, Konstantin KSA / RUS Toyota Hilux Overdrive T1.1 06:35:52 00:00:00
02 Bin Seaidan, Yasir / Cazalet, Francois KSA / FRA X-raid Mini Allrad T1.2 06:38:01 00:02:09
03 Alonso, Fernando / Coma, Marc ESP / ESP Toyota Hilux Gazoo T1.1 06:52:12 00:16:20
04 Al Dossary, Essa / Delaunay, Sebastien KSA / FRA Nissan Navara Red Lined T1.1 07:10:17 00:34:25
05 Zapletal, Miroslav / Sykora, Marek CZE / SVK Ford F-150 Evo T1.1 07:17:00 00:41:08
06 Al Furaihi, Khalid / Duple, Stephane KSA / FRA Nissan Patrol T1.1 07:57:29 01:21:37
07 Al Shammeri, Mutair / Al Shammeri, Hani KSA / KSA Nissan Patrol T1.1 08:13:06 01:37:14
08 Al Shammeri, Faris / Djiyerian, Musa KSA / UAE Nissan Patrol T1.1 08:23:21 01:47:29
09 Al Tuwiaji, Mohammed / Al Marshood, Khalid KSA / KSA Toyota Land Cruiser T1.1 08:23:42 01:47:50
10 Al Shammeri, Khalaf / Al Shammeri, Jouan KSA / KSA Nissan Patrol T1.1 08:35:57 02:00:05

hs/schekahn/perkins | Fotos: Yazeed Racing, Perkins, Al Dossary, Offroadsport.cz, MCH, SAMF



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