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China-Startup Aiways will Elektro-SUV nach Europa bringen

8. Mar. 2019 I Autor: Maren Tamm-Headland I 432 mal gelesen
China-Startup Aiways will Elektro-SUV nach Europa bringen
Vor allem ungewöhnliches Front-Design bietet der Aiways U5, der 2020 nach Europa kommen soll

Machen die Chinesen nun ernst und starten ihre Elektro-Offensive in Europa? In den vergangenen Jahren hat es auf Automessen nicht an Auftritten von Herstellern aus dem Reich der Mitte gemangelt, doch auf den Markt hat sich bisher - trotz vollmundiger Ankündigungen - noch kein Unternehmen gewagt. Das könnte sich in der nahen Zukunft ändern, und den Auftakt, so wenigstens die ambitionierten Planungen, könnte das chinesische Startup Aiways wagen.

Aiways Elektro SUV U5 fährt bereits - und kommt 2020 per Bahn

Vor gerade drei Jahren gegründet, zeigte die Marke auf dem Genfer Automobilsalon ihr SUV U5. Der ist keine Utopie, sondern ist bereits als getarnter Prototyp unterwegs, wie im [ VIDEO ] zu sehen. Inzwischen arbeiten 1.100 Menschen für das Unternehmen. Aktuell sehen die Planungen einen Absatz von 150.000 Modellen auf dem boomenden Elektromarkt in China vor. Diese Zahl soll sich in den kommenden Jahren auf 300.000 Einheiten verdoppeln.



Nach dem Marktstart in China sollen Anfang 2020 die ersten Exemplare des 4,70 Meter lange SUV (entspricht ungefähr dem Audi Q5) auch in Europa an den Start gehen. Nach Deutschland sollen die Modelle per Bahn transportiert werden, um so gegenüber dem Transport mit dem Schiff rund drei Wochen Zeit zu gewinnen. Die Verantwortlichen von Aiways wollen offensichtlich keine Zeit verlieren, um den europäischen Markt zu erschliessen.

Erfinder des Gumpert Apollo hat bei Aiways Finger mit ihm Spiel

Gegründet wurde das Unternehmen vom ehemaligen Finanzchef des chinesischen Automobilkonzerns SAIC, Gu Feng. Für die Produkte ist Roland Gumpert verantwortlich, ehemaliger Sportchef bei Audi. Der Gründer der Sportwagenmarke Apollo steht auch hinter dem Brennstoffzellen-Sportwagen Nathalie, den Aiways im vergangenen Jahr auf mehreren Messen gezeigt hat.



Der vorgestellte U5 Ion ist ein konventionell gezeichnetes SUV, das von einem 190 PS starken E-Motor an der Vorderachse angetrieben wird. Das Drehmoment liegt bei 315 Nm. Die technischen Daten versprechen keine Revolution, das gilt auch für die Reichweite: Aiways verspricht maximal 460 Kilometer. Wer mag kann ein um 20 Kilowattstunden verbessertes Akkupaket mieten, damit kommt man 100 Kilometer weiter. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Aiways 160 km/h an - ein aktueller Nissan Leaf schafft (abgeregelt) 144 km/h.

Gesichts- und Handerkennung zum Öffnen des Fahrzeuges geplant

Ist die Antriebstechnik noch vergleichsweise konventionell, so bietet das Elektro-SUV an anderen Stellen durchaus innovative Ansätze. So sollen sich die Türen mittels Gesichts- oder Handerkennung öffnen lassen, zahlreiche Kameras ermöglichen eine lückenlose 360-Grad-Rundumsicht. Ausserdem ist der U5 für das autonome Fahren nach Level 2 ausgerüstet.

Dank modularer Plattform ist der U5 erst der Auftakt zu einer ganzen Modellpalette. Vom kommenden Jahr an sollen, so die ehrgeizigen Pläne, zwei neue Modelle pro Jahr auf den Markt kommen. Wie die Aiways-Modelle in Europa vertrieben werden sollen, ist ebenso unbekannt wie die Preisvorstellungen der Chinesen. Schätzwerte schwanken zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Sollte Aiways tatsächlich Anfang kommenden Jahres auf den europäischen Markt rollen dann würde ausgerechnet das jüngste Unternehmen alle anderen etablierten chinesischen Mitbewerber überholen.

hs/wuttke/ampnet | Fotos: Aiways




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