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Dakar 2020: Im Rollstuhl im mächtigen De Rooy Iveco Truck

3. Dez. 2019 I Autor: Hansy Schekahn I 1369 mal gelesen
Dakar 2020: Im Rollstuhl im mächtigen De Rooy Iveco Truck
Die drei Powerstar Ivecos bilden die Speerspitze bei De Rooy unterstützt von einem weiteren Fast Assistance Iveco Trakker

Der Rallyraid-Sport ist die absolute Königsdisziplin im Motorsport - wo sonst kann man immer wieder hochbezahlte Formel-1- oder WRC-Weltmeister scheitern sehen? Doch viel wichtiger: Wo sonst kann man selbst als Rollstuhlfahrer nochmal voll durchstarten? Der Spanier Isidre Esteve beweist seit Jahren, das man auch als versehrter Fahrer im vorderen Feld mithalten kann. Doch geht das auch in einem Truck? "Ja" sagen Albert Llovera aus Andorra und Gerard de Rooy aus Holland. Und starten auf der Dakar 2020 mit einem speziell präparierten Racetruck [ WIR BERICHTETEN ].



Der Hintergrund (wer ihn schon kennt, weiterscrollen): Albert Llovera nahm 1984 im Alter von 17 Jahren als Skifahrer an der Winter-Olympiade teil. 1985 dann der harte Rückschlag, als er mit nur 18 Jahren beim Ski-Europacup schwer stürzte und fortan querschnittsgelähmt im Rollstuhl sass. Doch Llovera gab nicht auf, wandte sich dem Motorsport zu und startete im Pkw-Rallysport mit speziell präparierten Rallyfahrzeugen, hauptsächlich der Marke Fiat.

Eine Rückenmarks-Verletzung brachte Llovera 1985 in den Rollstuhl

2007 kündigte Isuzu Italien einen Dakar-Start an - mit Albert Llovera als Frontmann. Der nahm die Herausforderung an, fiel aber gemeinsam mit Navigator Umberto Fiori in der 6. Etappe aus. 2014 kam er mit einem Buggy des MD Rallysport Teams zurück, diesmal wurde er von Arnaud Debron navigiert - doch wieder fiel man aus, diesmal auf der 11. Etappe. 2015 sollte es dann endlich klappen, erneut mit einem MD Buggy und Alex Haro (bis vor kurzem Beifahrer von Joan "Nani" Roma) schaffte er es auf Platz 41 ins Ziel.



2020 will es der Andorraner wieder wissen - und sich einen Traum erfüllen: Die Dakar im Truck. Nun stellte Llovera sein Projekt im spanischen Barcelona vor. "Ich freue mich sehr über meine Rückkehr zur Dakar. Ich habe immer davon geträumt, eines Tages einen Iveco-Truck des De Rooy Teams zu fahren, und endlich ist es soweit. Ich bin stolz, in einem so grossen und berühmten Team dabei sein zu dürfen und sehe es als neue Herausforderung," erklärt Albert Llovera.

Llovera wird die schnelle Fast Assistance für Iveco De Rooy fahren

Bereits zum 9. mal wird das holländische Team in der Farbe Mint des Hauptsponsors Petronas fahren. Janus jr. Van Kasteren und Vick Versteijnen werden mit den beiden Iveco Powerstar die Front bilden, Michiel Becx mit dem Iveco Trakker das Backup. Gerard de Rooy wird aufgrund einer älteren Rückenverletzung nicht an der Rally teilnehmen, gleiches gilt für seinen Iveco-Prototypen mit Einzelradaufhängung. Albert Llovera und seine Copiloten Ferran Marco und Marc Torres werden dabei ebenfalls mit einem schnellen Powerstar die schnelle Fast Assistance für Van Kasteren und Versteijnen bilden.



"Wir drei bilden ein schlagkräftiges Trio, bestehend aus drei hoch motivierten Kämpfern," berichtet Llovera mit einem Schmunzeln. "Wir werden Janus und Vick den Rücken freihalten und wenn sie unsere Hilfe brauchen, sind wir zur Stelle." Dabei hat sich Llovera das Sahnestück der Fast Assistance gesichert: "Eigentlich sollten wir das hintere Backup stellen, das nun Michiel Bekx stellt. Aber im Training klappte es so gut, das wir nun die schnelle Assistance sind. Bedeutet: Wir sind schneller, müssen ein paar hundert Kilo an Ersatzteilen weniger durch die Wüste fahren. Ich bin sehr dankbar für dieses grosse Vertrauen. Mein Ziel wird sein, so nah wie möglich an den beiden Front-Trucks dranzubleiben und ihnen zu helfen, um den Sieg zu kämpfen."

Der Rollstuhl macht auch das Campleben etwas aussergewöhnlicher

Llovera ist seit seiner Rückenmarks-Verletzung an den Rollstuhl gefesselt. Wie klappt das im Truck? Zuerst wurde das mechanische Gaspedal des Iveco durch ein Elektrisches ersetzt, alles auf Handbetrieb umgebaut. Solange er im Truck sitzt, ist alles easy machbar - "da will ich mich als Pilot weiterentwickeln." Doch im Ziel? "Wenn die Etappe vorbei ist, beginnt für mich eine weitere Etappe," lacht der Andorraner. Mit einem eigens gebauten Flaschenzug-System kann er in den Lkw ein- und aussteigen - und ein vorne angeschraubtes Elektro-Motorrad an seinem Rollstuhl macht ihn im Camp mobil. Zum Schlafen hat er eine spezielle Doppel-Matratze bekommen - "mit Carbon" wie er stolz betont.

hs/schekahn/fernandez | Fotos: Jordi Rierola, Albert Llovera


 

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