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Dakar 2020: Martin Prokop im Ford-Team mit Martin Kolomy

19. Nov. 2019 I Autor: Hansy Schekahn I 1402 mal gelesen
Dakar 2020: Martin Prokop im Ford-Team mit Martin Kolomy
Prokop kam von der WRC und stieg mit seinem neon-orangen Ford Raptor RS Prototyp gleich vorne im Rallyraid Motorsport ein

Der Tscheche Martin Prokop - ein Motorsport-Tausendsassa - und sein Beifahrer Jan Tomanek schrieben auf der Dakar Rallye 2019 Geschichte, als sie mit Platz 6 das bisher beste Auto-Ergebnis eines tschechischen Teams feierten. Dabei ist Martin Prokop noch gar nicht solange im Rallyraid-Sport, ursprünglich war er im WRC-Rallysport unterwegs.

Auf Basis eines Offroadsport Ford Evo (die Weiterentwicklung des Rally-Hummer H3) bauten Prokop und sein Team "M-Sports" den orange leuchtenden Ford Raptor Prototypen auf und sorgen seitdem vor allem im World Cup für Furore. 2019 wurde Prokop auf der Dakar erstmals von einem zweiten Auto als "Wingman" begleitet. In diesem Jahr war es Tomas Ourednicek (sonst mit einem Ford Ranger unterwegs) - im kommenden Jahr wird es Truck-Spezialist Martin Kolomy sein.

Prokop hatte in Marokko richtig Pech - und rechnete mit Orga ab

Prokop und Navigator Tomanek fuhren in dieser Saison an der Spitze im FIA World Cup mit, wollten auf der "Rally du Maroc" des Franzosen David Castera im Oktober das letzte mal vor der Dakar testen. Doch es kam anders. Die Marokko-Rally wurde (genau wie die Tunesien Rally) aufgrund mangelhafter Veranstalter schon einmal vom FIA World Cup suspendiert. David Castera, in Frankreich fast ein Heiliger, übernahm, wollte alles besser machen. Aber es blieb "französisch", die Roadbücher wurden bereits bemalt herausgegeben, es gab viele Roadbook-Fehler - und auch ansonsten legte Castera viel Wert auf Luxus in den Camps, aber investierte wenig Qualität in die Rally. Wir brachen die Berichterstattung im Oktober ab, weil auch die Kommunikation nicht funktionierte, es kein funktionierendes Tracking gab und, und, und.



Prokop erwischte die umstrittene Organisation gleich mehrfach [ HIER SEINE KRITISCHE ABRECHNUNG MIT DER ORGANISATION ]. Erst bekam er von der Orga gepanschten Sprit, was bei Prokop fast zu einem Motorschaden führte (er nannte den Sprit schlicht "Abwasser"). Dann erlebten Prokop und Martin Tomanek einen schweren Unfall aufgrund grober Roadbook-Fehler, die anschliessende Rettung erwies sich als weiteres Versagen des Veranstalters. Der Beifahrer wurde schwer verletzt, die Rettung bei der Rally funktionierte erst nicht, dann schleppend - bis Prokop schliesslich drohen musste, aus Angst um seinen Beifahrer.

Beifahrer Tomanek schwer verletzt - Marokko Rettung ein Streitthema

Marokko war vorbei, Jan Tomanek im Krankenhaus, das Auto Schrott. Der Start auf der Dakar stand in den Sternen. Vom Auto blieb nur der (nagelneue) Motor, bei Beifahrer Jan Tomanek erwiesen sich die Verletzungen als "nicht Dakar tauglich". Bereits auf der "Abu Dhabi Desert Challenge" im Frühjahr 2019 sprang Viktor Chytka (Bruder der Fotografen-Legende Marian Chytka) als Beifahrer ein und bot sich nun für die Dakar als Navigator an. Prokop überlegte nicht lange und sagte schliesslich zu.



Blieb das Problem des zerstörten Fahrzeuges. "Wir mussten in nur wenigen Wochen ein komplett neues Auto aufbauen. Das war nicht einfach," verriet Prokop im Interview mit den tschechischen Kollegen von [ DAKARMANIA.CZ ]. "Das Auto selbst wird in Tschechien gebaut, aber wir brauchten Material von überall her. Am Ende haben wir es geschafft." Prokops einzige Sorge ist nun der Sprit: "Wir fahren mit Rennbenzin bzw. Kerosin. Bis heute können uns Dakar-Veranstalter ASO oder die Saudis nicht sagen, ob es diesen Sprit vor Ort gibt. Deshalb haben wir auch mit anderen Sprit-Sorten experimentiert. Wir sind nicht Toyota, die ihren eigenen Sprit überall hinbringen können. Aber wir sind das aus arabischen Ländern gewohnt, meistens erfährt man erst in letzter Minute, ob etwas klappt oder nicht."



Einen Service-Truck in Wertung hat man 2020 nicht - Prokop glaubt nicht daran, das dieser in Saudi Arabien die Stages easy fahren könnte. So startet als Wingman der Ex-Trucker Martin Kolomy (Bonver Dakar Team, Buggyra Dakar Team) im zweiten Ford Raptor, der dafür mit etwas mehr Ersatzteilen vollgepackt wird. Laut Buggyra hatte man sich nicht unbedingt im Guten getrennt, Kolomy sah es noch dramatischer: Er durfte quasi seit dem Frühjahr keine Aktivitäten ausüben, musste aber seinen noch gültigen Vertrag bis Oktober auslaufen lassen. Erst danach war der Weg für eine neue Aufgabe frei.

Kolomy hat 10 Dakar Rallys hinter sich - mit Platz 5 im Jahr 2013

Kolomy war bereits zehnmal auf der Dakar, 2013 fuhr er mit Platz 5 bei den Trucks im Bonver-Tatra sein bestes Ergebnis ein. "In der tschechischen Republik gibt es nur zwei professionelle Teams, das eine ist Prokop, das andere Big-Shock-Racing (von Martin Macik, d.Red.)," sagt Kolomy - ein klarer Seitenhieb gegen das ebenfalls sehr professionelle Buggyra-Team, seinen alten Arbeitgeber. Für seinen neuen Job im Auto hat der volumige Tscheche bereits 7 kg abgenommen. "Das Fahren im Auto ist anders, es ist ein ganz anderes Level. Deshalb habe ich meine Vorbereitungen intensiviert."





Seine Rolle als Wingman ist ihm bewusst. "Wir wollen eine Strategie fahren, bei der wir immer nahe beieinander sind, damit wir uns gegenseitig helfen können," sagt Kolomy. "Aber es ist auch klar, das ich helfen und für Martin Prokop sogar aufhören würde." Klingt nach einem guten Wingman.

Anfang Dezember will man nochmals in den Arabischen Emiraten zu einem letzten Test antreten - schliesslich ging Marokko ja komplett nach hinten los. Kolomy zeigt sich aber zuversichtlich: "Ich denke, die Dakar ist so lang, das die ersten beiden Etappen als Test ausreichen, und dann können wir anfangen zu kämpfen. Das Auto ist natürlich wesentlich schneller als ein Truck, aber es erinnert mich an die Zeit, in denen die Trucks noch nicht beim Speed limitiert wurden."

hs/schekahn/dakarmania | Fotos: MCH, MP Sports, Martin Prokop


 

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