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Der Alte Mann: Warum man als Fotograf Rolls Royce so mag

7. Feb. 2020 I Autor: Bert Hallmackenreuther I 2549 mal gelesen
Der Alte Mann: Warum man als Fotograf Rolls Royce so mag
Rolls Royce setzt den Cullinan Black Badge in Vororten von Los Angeles sehr schön in Szene... Früher reichte ein Fotoapparat.

Der Alte Mann - Eine Serie bei JOHNTIM.DE, bei der unser imaginärer Dienst-Ältester den Blick über mehr oder weniger aktuelles Geschehen kreisen lässt. Seinen Blick. Ungeschönt, ohne Rücksicht auf Anzeigen-Kunden, Abmahn-Anwälte und Zukunfts-Gegner. Der alte Mann ist noch mit Fähnchen-Autohändlern gross geworden, er schraubt gerne an Autos, mag Öl und Benzin, ist aber auch der Zukunft nicht abgeneigt. Er verschwendet keine Zeit mit Fake-Bildern bei Instagram und bildet sich seine Meinung nicht anhand von Überschriften bei Facebook - dafür las und hörte er als Kind zu oft "Die Drei Fragezeichen". Der alte Mann ist Journalist der Alten Schule.

Wenn ausgerechnet Rolls Royce Old School mit Insta-Hip verbindet

Es gab Menschen wie den grossen Karl Lagerfeld, die in Vielem ein Genie waren, aber ebenso oder genau deshalb exzentrisch daherkamen. Man gab dem Meister einen Bleistift, er entwarf ein tolles Modestück. Man gab ihm eine old-school Kamera mit Schwarz-Weiss Film - und die Fotos wurden ein Meisterwerk. Ganz ohne Computer, Smartphone, Software, Filter und Schnickschnack. Er konnte es einfach, hatte "Das Auge" - und Geduld. Lagerfeld selbst war Rolls Royce Kunde. Und fotografierte auch für Rolls Royce.





Heute ist es - bei vielen Fotografen - umgekehrt. Sie sind erst Exzentriker und wollen ebenso ein Genie sein. Sind es aber beides nicht. In Zeiten von Instagram und Co., wo statt Klasse nur noch Masse zählt und jeder meint, ein toller Fotograf oder gar Genie zu sein, fast schon mit Gewalt Gehör finden will und einfach nur danach bettelt - in diesen Zeiten gibt es keine Lagerfelds oder Newtons mehr. Getrieben von Likes ersetzt Hightech das Können. Namen hingegen werden vergänglich wie einst ein unimprägniertes Ilford-Fotopapier. Fast, zumindest.

Gute Fotografen brauchen eine Kamera. Andere ein SUV voll Gedöns.

Anstatt einer einfachen Kamera brauchen Like-Häscher eine Armada an High-Tech Gedöns und natürlich die passenden Markenklamotten. Um das gleiche Bild wie ein guter Fotograf zu machen, steht auf der Wunschliste: Eine DJI Mavic Mini Drohne, ein 12.9-Zoll Apple IPad Pro, ein 16-Zoll Apple MacBook Pro, Sennheiser PXC550 MkII Kopfhörer mit Geräusch-Unterdrückung, zwei Sonnenbrillen Typ Persol PO3225-S, Bekleidung von "Supreme" und eine Wasserflasche. Das ganze bitte in einem Rolls Royce Cullinan Black Badge mit massgeschneidertem Fach.





Wie bei Mark Riccioni. Hätte er all das nicht, wären seine Fotos sicher auch Meisterwerke - denn eigentlich hat der britische Autofotograf es drauf. Aber das ist tatsächlich auch seine Wunschliste - um Fotos zu machen. Fotos! Ok mit einer Ausnahme: Der Rolls Royce wurde gestellt, das Spezialfach als Gag von den Briten sogar vorgeschlagen - aber die restliche Wunsch-Liste stimmt wirklich. Was dieser Mann wohl braucht um eine Frau (ggfs. Mann / Zwitter) zu beglücken? Baukran, Flaschenzug, Etikettiermaschine, Puma-Tenniskleidung, Pfefferminz-Bier, 60.000 Watt Soundsystem? So genau weiss das keiner.

Wenn Rolls Royce für ein paar Bildchen einen ausgibt wäre man...

Rätseln, warum Rolls Royce dem Technik-Exzentriker in Instagram-Zeiten so zu Füssen liegt, muss man nicht - der Mann hat schliesslich auch ohne Instagram schon gut fotografiert. Die Briten wollten ihren Cullinan Black Badge in Szene setzen, man hatte die Idee zu einer ungewöhnlichen Fotoserie - und Riccioni schon Erfahrung mit der Marke. Die Idee: Den Rolls Royce in eine Heimat-fremde Vorstadtwelten zu bringen, ihn dort mit Sub-Kulturen zu konfrontieren und passend schön zu fotografieren. Das gelang in Los Angeles schliesslich perfekt. Das Ergebnis: Eine wirklich ungewöhnliche Bilderserie. Chapeau, Rolls Royce!





Allerdings: Für das Ergebnis hätte eine einfache Spiegelreflex-Kamera gereicht. Man darf also rätseln, ob Herr Riccioni wirklich nachts zwei Sonnenbrillen, Apple-Spielzeuge oder Kopfhörer zum Fotografieren braucht - oder einfach mal zugegriffen hat, einfach weil es geht. Letztlich tritt er auch in die Fuss-Stapfen des grossen Lagerfeld - der garantier auch nichts gratis gemacht. Oder glauben Briten, das man zum Fotografieren einen Kopfhörer braucht? Immerhin haben sie auch einen Boris Johnson gewählt. Aber wir schweifen ab. Wer die Fotos von Mark Riccioni live sehen will, hat im März die Gelegenheit dazu. Bitte ins Navi eingeben: Rolls-Royce Motor Cars Beverly Hills, 8833 W Olympic Blvd, Beverly Hills, California 90211, USA.

hs/hallmackenreuther | Fotos: Rolls Royce USA






 

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