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Ende einer Ära: Australischer Autobauer Holden ist am Ende

17. Feb. 2020 I Autor: Hagen Greifenthal I 837 mal gelesen
Ende einer Ära: Australischer Autobauer Holden ist am Ende
Am Ende hatte holden nur noch umgelabelte GM-Fahrzeuge im Programm - früher waren es zumeist Opel-Modelle

Die australische Traditionsmarke Holden verschwindet: Mit einer nüchternen Notiz beendet der US-amerikanische General-Motors Konzern heute die Tradition der, zumindest pro forma, noch eigenständigen australischen Automobilindustrie. 1908 hatte der frühere Sattelhersteller mit der Produktion von Autos begonnen, seit 1931 gehörte Holden zum GM-Konzern. Vor allem in den 60er- und 70er-Jahren zeichnete sich die Marke dadurch aus, das eher europäische Fahrzeuge mit grossvolumigen Sechs- und Achtzylindermotoren US-amerikanischer Provenienz ausgerüstet wurden - und zwar ohne die Abgasbehandlung, die US-Modellen damals die Leistung abschnürte.

General Motors wirtschaftet nach Opel und Vauxhall auch Holden kaputt

Im Volksmund galt Holden auch als "Opel Australiens" (wie Vauxhall in Grossbritannien), dennoch hatte man auch eigene Entwicklungen oder Weiterentwicklungen. Legendär der Holden Pickup, der im Ur-Prinzip auf einem deutschen Opel Omega II basierte. Wie Opel in Europa wurde Holden durch den US-amerikanischen Konzern General Motors heruntergewirtschaftet, es gab schon lange keine neuen Modelle mehr, Holden-Fans mussten sich umgelabelten GM-Modellen begnügen. Anders als Vauxhall wurde Holden nicht durch den französischen PSA-Konzern herausgelöst und gerettet.



Um das Jahr 2000 herum entzog der australische Staat der Autoindustrie das Wohlwollen. Strikte Tempolimits, ein Netz von Überwachung und drakonische Strafen zerstörten sukzessive die australische Automobilkultur. Die Kunden verloren zunehmend das Interesse an den hinterradgetriebenen, leistungsstarken Limousinen, die einst Freiheit auf Rädern symbolisierten. Es war nur noch ein symbolischer Akt, dass auch die 276 Kilometer lange unlimitierte Sektion des Stuart-Highway im Nordterritorium im November 2016 mit einem Tempolimit überzogen wurde.

Australien kann Holden verschmerzen - am Ende nur noch Rebadge-Hüllen

So bedauerlich das Ende der Marke Holden für das Image Australiens ist, so tröstlich ist es für den Kontinent, das die Automobilindustrie am Wohlstand des Kontinents seit langem nur noch bescheidenen Anteil hat. Australien gilt heute als das Vorzeige-Land für Geländewagen und Pickup - denn auch wenn die Gesetze verschärft wurden, was die Technik angeht, sieht man es immer noch lockerer als in Europa oder anderswo.



Die meistverkauften Autos sind aktuell Toyota Hilux und Ford Ranger, es folgen die Pkw Toyota Corolla und Hyundai I30 vor dem dritten Pickup, dem Mitsubishi L200 (dort Triton genannt). Holden spielte am Ende kaum noch eine Rolle: Als bester Holden tauchte der Pickup Colorado in der Statistik auf, der jüngst auf eine Chevrolet S10 aber prinzipell sogar auf einem alten Isuzu D-Max basiert.

hs/greifenthal/meiners/ampnet | Fotos: Wikimedia/Tom Reynolds/US Embassy NZ/OSX CC BY 2.0


 

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