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Mazda CX-30 Skyactiv-D - weniger PS für ein längeres Leben

20. Jan. 2020 I Autor: Hagen Greifenthal I 1896 mal gelesen
Mazda CX-30 Skyactiv-D - weniger PS für ein längeres Leben
Mazda wechselte vom Zoom-Zoom-Trip zum Kodo-Design - und bewies damit einen richtigen Riecher

Mazda steht für Zuverlässigkeit, für eigene Wege, für Innovationen, die man aber nicht an die grosse Glocke hängt. Schon in den 90ern hatte die Marke mit der legendären 626 Limousine als VW-Passat Gegner einen Riesen-Erfolg in Deutschland. Die braven aber treuen Pkw fuhren nicht selten über mehrere Generationen hinweg - wäre der Rost nicht gewesen, würden sie wohl noch heute laufen. Wenn man an SUV denkt, kommt einem Mazda eher weniger in den Sinn. Weil Mazdas SUV nunmal eben anders aussehen - und Mazda sie selbst daher auch lieber "Crossover" nennt. Jeder, wie er mag.

Mazda setzt auf Zuverlässigkeit und ein besonders markantes Design

CX-5 und dem CX-3 sind die gefragtesten Mazda-Modelle. Da ginge sicher noch mehr, haben sich die Verkaufsstrategen gedacht und füllen nun noch die kleine, aber feine Lücke zwischen dem kompakten SUV und dem kleinen Crossover. Logischerweise müsste der Neue in der Nomenklatur ja CX-4 heissen, doch die Modellbezeichnung trägt bereits eine in Europa nicht erhältliche coupéartige Crossover-Limousine auf Basis des CX-5. Warum Mazda nun ausgerechnet auf CX-30 als Name kam, bleibt ungeklärt. Aber Namen sind ja bekanntlich Schall und Rauch und es kommt auf die inneren Werte an.



Dennoch sollen zuerst die Äusseren genannt werden, denn das Design spielt ja beim Autokauf zunächst einmal die erste Geige. Hier führt der Neuzugang die CX-Familientradition fort. Der mächtige, selbstbewusst zur Schau gestellte und schwungvoll chrom-umrandete Kühlergrill gehören ebenso wie die schlitzartigen Scheinwerfer dazu wie die schwungvolle Tornadolinie und die beplankten Kotflügel. Gegenüber seinen Geschwistern betont der CX-30 seine Hüfte (hintere Kotflügelpartie) besonders kräftig. Keine Frage, Design kann Mazda.

Mit knapp 4,40 Metern Länge ist der CX-30 rund elf Zentimeter länger als der CX-3 und 15 Zentimeter kürzer als der CX-5. Ausreichend Abstand nach oben wie nach unten bleibt also gewahrt. Den Käufern macht es Mazda recht einfach: Es gibt nur eine Basisversion und die Ausstattungsstufe "Selection", die sich mit einem Assistenz- und einem Designpaket noch weiter aufrüsten lässt. Querverkehrswarner mit Notbremsfunktion, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit erweitertem Stauassistenten, 360-Grad-Kamera mit Vogelperspektive und Weitwinkeloption in der Fronteinstellung sowie Bordsteinerfassung sind Teil des 1.200 Euro teuren "I-Activsense"-Pakets.



Serienmässig bringt der Selection bereits den adaptiven Tempomaten, eine elektrische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion, die Rückfahrkamera, City-Notbremshilfe mit Fussgängererkennung, Lenkrad- und Sitzheizung vorne sowie ein Head-up-Display, ein Navi mit 3-D-Darstellung und eine Fahrdynamikregelung mit – um nur Einiges zu nennen. Und natürlich verbindet Mazda den CX-30 via dem mittigen 8,8 Zoll grossen Display mit dem Smartphone. Auf Extra kann auch eine induktive Ladeschale bestellt werden.

Viel Ausstattung fürs Geld - und viele klassische Tasten zur Wahl

Zwei Dreh-Drück-Schalter in der Mittelkonsole steuern die Menüführung und die Audioanlage. So hält sich die Bestückung des Lenkrads mit zehn Bedienelementen im Rahmen. Das war man in der Vergangenheit von Mazda durchaus anders gewohnt. Leider sind die sechs unteren silbernen Schalter im Dunklen schlecht ablesbar. Trotz der Schalter in der Mittelkonsole wird das Cockpit nicht entlastet. Wir zählten immer noch insgesamt 19 Tasten für die Einstellungen von Klimaanlage über Assistenzsysteme und Parksensoren bis hin zur Kamera. Andererseits vermeiden Direktzugriffe unnötige Versteckspiele in irgendwelchen Untermenüs der Fahrzeugeinstellungen.

Der grosse Tacho mit digitalisierter Rundanzeige weiss zu gefallen und zieht auf seiner Skala beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eine roten Streifen hinter der Nadel her. Parallel dazu pulsiert die Tempoanzeige in der doppelten Verkehrszeichenerkennung. Angenehm fanden wir auch die alternativ wählbare Anzeige für den Momentanverbrauch und die Restreichweite in Form von Skalen statt Ziffern.





Das Mazda in der Motorentechnik gerne eigne Wege geht, ist bekannt. Während anderswo die Hubräume immer kleiner und die Leistung immer höher wird, ist es hier deutlich anders. Im von uns gefahrenen CX-30 Skyactiv-D treffen 1,8 Liter Hubraum auf ungewöhnlich bescheidene 116 PS. Das spricht für ein langes mechanisches Leben - eine Disziplin, in der Mazda schon vor Jahrzehnten selbst den deutschen Platzhirsch Volkswagen geschlagen hat.

Der CX-30 hat wenig PS bei viel Hubraum - und ist dennoch sportlich

Der Selbstzünder, der auf Adblue verzichten kann, erweist sich als sehr laufruhig und recht drehfreudig. Er zieht ab 1.400 Umdrehungen in der Minute an. Wenig später liefert das maximale Drehmoment von 270 Newtonmetern spürbaren Schub. Mit 183 km/h Spitze ist der Mazda sportlich, aber kein Raser. Das geht aber völlig ok. Trotz eines Leergewichts von 1.419 Kilogramm (inklusive Fahrer) ist der kompakte Crossover völlig ausreichend motorisiert,der Fahrspass kommt nicht zu kurz.

Dazu trägt auch das "G-Vectoring" einen Grossteil bei, das für dynamische Richtungswechsel steht. Die Lenkung spricht unmittelbar aus der Mittellage an. Die Gassenführung des Schalthebels ist angenehm weich und präzise. Er ist für unseren Geschmack wegen der beiden Drehschalter in der Mittelkonsole allerdings einen Hauch zu weit nach vorne gerückt. Das etwas rumpelige Abrollen der optionalen 18-Zoll-Räder trübt den Gesamteindruck ebenfalls ein wenig. Auch die softe Rückmeldung des Bremspedals muss nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein.



Leichte Abstriche müssen beim Platzangebot im Fond gemacht werden. Vor allem die Beinfreiheit ist knapp bemessen, was sich auch beim Umklappen der Rückenklehnen zeigt, wenn die hinteren Kopfstützen gerne leicht an die Rückenlehne der Vordersitze stossen. Zudem muss beim Einsteigen hinten der Kopf recht weit eingezogen werden. Einen höhenverstellbaren Ladeboden bietet der CX-30 nicht. So bleiben beim Umlegen der Rückenlehnen ein kleiner Absatz und eine leicht ansteigende Fläche. Doch von Hause fällt der Kofferraum mit einem Volumen von 430 Litern bereits grosszügig aus. Auch die erlaubte Zuladung ist üppig.

Fazit: Trotz "nur" 116 PS gibt sich der CX-30 Skyactiv-D erfreulich dynamisch. Das Design stimmt, Abstriche müssen allerdings beim Platzangebot in der zweiten Reihe gemacht werden. Der von uns ermittelte Mehrverbrauch von ein bis anderthalb Litern gegenüber der Werksangabe ist der Fahrfreude geschuldet, der wir gerne erlegen sind, und geht daher in Ordnung.

Technische Daten Mazda CX-30 Selection Skyactiv-D 1.8

Länge x Breite x Höhe (cm): 440 x 180 x 154
Radstand (cm): 266
Motor: R4-Diesel, 1.759 ccm, Turbo
Leistung: 116 PS bei 4.000 U/min
Max. Drehmoment: 270 Nm bei 1.600–2.600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,8 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,1 Liter
CO2-Emissionen: 135 g/km (Euro 6d-Temp)
Leergewicht / Zuladung: 1.419 kg / 605 kg
Kofferraumvolumen: 430–1.406 Liter
Max. Anhängelast: 1.300 kg
Wendekreis: 11,4 m
Basispreis: 28.290 Euro
Testwagenpreis: 34.639 Euro

hs/jens riedel/ampnet/greifenthal | Fotos: Mazda, Ampnet


 

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