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Mitsubishi ASX 2.0 Allrad - drei Diamanten im Kompaktformat

6. Nov. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 1438 mal gelesen
Mitsubishi ASX 2.0 Allrad - drei Diamanten im Kompaktformat
Der Mitsubishi ASX bleibt ein Kompakt-SUV - kann aber dank erfolgreicher Gene auch sehr gut abseits der Strasse

Mitsubishi wurde in den 80ern vor allem durch den kompakten und billigen Colt, seinen Stufenheck-Ableger Lancer und den VW-Bus Konkurrenten L300 bekannt. Dann kam der Geländewagen Pajero und mit ihm der Pickup L200 - und Mitsubishi schrieb fortan eine Erfolgsgeschichte. Die Pkw spielten eine Nebenrolle, mit der Dakar-Rally und einer Sieges-Serie hatte man eine gigantische PR-Plattform, Pajero und L200 galten als stabil wie ein Toyota. Doch dann kam die Krise, Daimler übernahm, Daimler gab wieder ab - und es wurde schlicht an Neuentwicklungen gespart. Immer wieder nur Facelift - bis zur Einstellung des Pajero. Den L200 gibt es noch, aber mit ähnlicher Geschichte.

Der kleine ASX ist ein Verkaufsschlager - mit vielen Facelifts

Bei den kleineren Fahrzeugen entwickelte sich vor allem der kompakte ASX zum Verkaufsschlager. Seit Mitte 2010 gehört das SUV bei Mitsubishi zum Angebot. Im Laufe der Zeit verpassten die Japaner ihrem (mit weltweit rund 1,4 Millionen verkauften Exemplaren) nach dem Outlander und dem L200 wichtigsten Umsatzträger dreimal eine Verjüngungskur – 2012, 2016 und 2017. Dabei wurde zwischenzeitlich der Allradantrieb gestrichen. Nun kommt Lifting Nr.4, das nicht nur etwas deutlicher ausfällt, sondern auch den heiss geliebten Allradantrieb zurückbringt.





Optisch fällt zuerst die neue, bullige und stylish designte Front ins Auge, die Mitsubishi selbstbewusst "Dynamic Shield" nennt. Neben einer neuen LED-Beleuchtung gibt es neue Stossfänger vorne und hinten, auch die Farbauswahl wurde überarbeitet. Gute Nachricht für Hänger-Zieher: Wer sich für eine Anhängerkupplung entscheidet, kann nun mit 1,3 Tonnen ganze 100 kg mehr ziehen.

Optisch aussen auffällig neu gestaltet - Innen dafür eher dezent

Auch der Innenraum bekam – wenn auch gemässigt – frische Akzente. Das Cockpit wurde mit einem 8-Zoll Touchscreen für Navigation und Infotainment versehen, die Rundinstrumente für Drehzahl und Tempo sind einwandfrei ablesbar, sämtliche Bedienelemente liegen in Griffweite. Dabei hat man versucht, die Ausstattung höherwertiger zu gestalten, was aber nicht immer gelungen ist - an einigen Stellen ist man eine bessere Verarbeitung gewohnt.

Offensichtlich nicht verändert wurden die beiden Sitze für die Front-Passagiere, die auf robustem Untergrund, zum Beispiel im Gelände, etwas an Seitenhalt und ausreichender Oberschenkelauflage vermissen lassen. Vorne ist das Platzangebot ansonsten mehr als ausreichend, Sitzriesen dürften allerdings auf den hinteren Plätzen Probleme bekommen, zumindest was die Kopffreiheit angeht. Der Kofferraum ist mit 406 bis 1206 Litern Inhalt ausreichend auch für längere Reisen oder den Besuch im Baumarkt.





Die wichtigste Neuerung findet sich unter der Motorhaube. Dort verrichtet jetzt - ausschliesslich - ein 2,0-Liter Vierzylinder ohne (!) Turbolader seine Arbeit. Dessen 150 PS und 195 Nm Drehmoment haben zusammen mit dem stufenlosen CVT-Getriebe reichlich zu tun, wenn der Wagen vollbeladen mit mehr als zwei Tonnen Gewicht beschleunigen soll. 10,2 Sekunden sollen es von 0 auf 100 km/h sein, was wir nicht genau nachgemessen haben. Die Höchstgeschwindigkeit wird seit Facelift und neuem Motor mit 190 statt 182 km/h angegeben, auch das haben wir nicht im Detail überprüft.

Denn: Allgemein eignet sich das SUV eher für gemütlich-gemächliches Dahingleiten auf Landstrassen oder im Stadtverkehr als für grenzwertig-sportliche Aktion in engen Kurven. Wer sich damit nicht abfinden will, ist statt mit der Automatik besser mit dem Fünf-Gang Getriebe bedient, da es bei höheren Drehzahlen mehr Agilität verspricht. Aufpassen sollte man in engen Passagen wie Autobahn-Baustellen: Sind die Aussenspiegel ausgeklappt, misst der kompakte Mitsubishi statt 1,77 Metern auf einmal ganze 2,08 Meter.



Die Allradantrieb verteilt die Kraft des Motors variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, wobei der Fahrer zwischen drei Modi wählen kann. Im Modus "4WD Auto" verteilt sich die Antriebskraft automatisch von 98 Prozent vorne / 2 Prozent hinten bis zur symmetrischen Verteilung von jeweils 50 Prozent auf beide Achsen - je nach Beschaffenheit des Untergrunds. "4WD Lock" bringt mehr Kraft auf die Hinterachse für Fahrten bei Steigungen, im Anhängerbetrieb oder auf unbefestigtem Terrain. Der "2WD"-Modus beschränkt den Antrieb zugunsten eines niedrigeren Kraftstoffverbrauchs ausschliesslich auf die Vorderräder.

Apropos Kraftstoffverbrauch. Der wird von Mitsubishi bei der Allrad-Version mit kombiniert 7,3 Litern angegeben (innerorts 8,7, ausserorts 6,5), beim 2WD-Automatik liegt der Bestwert bei innerorts 7,7, außerorts 5,8 und kombiniert 6,5 Liter. Wir konnten das auf unserer ersten Fahrt nicht detailliert nachmessen, kamen aber mit Allrad auf etwa 8 Liter - was bei einem Auto dieser Grösse heutzutage eigentlich zuviel ist. Anders als beim Erfolgs-Modell Outlander wird der ASX nicht als Hybrid angeboten... warum eigentlich?





Drei Ausstattungen namens "Basic", "Plus" und "Top" stehen zur Wahl, dazu gibt es zur Einführung (bis Ende diesen Jahres) auch zwei "Intro"-Sondermodelle. Bereits die Serien-Ausstattung gibt wenig Grund zum Meckern, so sind u.A. Bi-LED-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht, Klimaautomatik sowie Licht- und Regensensor immer dabei. Die Intro-Version bietet 16-Zoll Felgen, 6,5 Zoll Touchscreen, automatisch abblendenden Innenspiegel, Bluetooth, DAB+, Klimaautomatik, LED-Nebelscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, Licht- und Regensensor, Multifunktionslenkrad und Schaltknauf in Leder, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorn, Tempoautomatik, TomTom Navi mit Smartphone-Anbindung.

Als Intro Plus Version gibt es zusätzlich bzw. stattdessen 18-Zoll Felgen, ein 8-Zoll Touchscreen, einen Ausparkassistent, automatische Leuchtweitenregulierung, Dachhimmel in Schwarz, Dachreling in Schwarz, elektrisch anklappbare Außenspiegel inkl. LED-Blinker, Kotflügelblende in Chrom-Optik, Kotflügelverbreiterung in Schwarz, Kühlergrill in Chrom-Optik / Klavierlack-Schwarz, Kunstleder-Sitze in Schwarz mit Kontrastnaht in Rot, getönte Scheiben hinten, Smart-Key-System inkl. Start-Stopp-Knopf, Sport-Pedalerie und Totwinkelassistent.



Fazit: Auf dem Markt bekommt es der Mitsubishi ASX mit starker Konkurrenz wie etwa dem Ford Kuga, dem Skoda Karoq, dem Volkswagen Tiguan oder dem Toyota RAV4 zu tun, doch hat er mit Preisen zwischen 20.990 Euro und 32.890 Euro (Intro-Sondermodelle 19.990 Euro bis 26.890 Euro) recht gute Karten. Wovon Mitsubishi auf jeden Fall zehren kann, ist seine Zuverlässigkeit - ein Vorteil, wenn man auf Bewährtem aufbaut, denn das verhindert auch Kinderkrankheiten. Und das lässt dann auch über den etwas überhöhten Verbrauch wieder hinwegsehen. Somit ist der ASX eine Empfehlung, wenn man weniger auf Kinder Rücksicht nehmen muss, aber einen sicheren und zuverlässigen Allrad-Cruiser mit erhöhtem Sitz sucht.

Technische Daten Mitsubishi ASX CVT 4WD Intro Edition

Länge x Breite x Höhe (cm): 437 x 177 (mit Spiegel 208) x 164
Radstand (cm): 267
Motor: R4-Benziner, 1.998 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 150 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment: 195 Nm bei 4.200 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,2 Sek.
Durchschnittsverbrauch: Keine Wertung nach WLTP
Effizienzklasse: C
CO2-Emissionen: 149 g/km (Euro 6d-TEMP)
Leergewicht / Zuladung: 1.461 / 584 kg
Kofferraumvolumen: 406–1206 Liter
Max. Anhängelast: 1.300 kg
Wendekreis: 10,6 Meter
Bodenfreiheit: 190 mm
Bereifung: 215/70 R15
Basispreis Testwagen: 29.890 Euro

hs/ampnet/Hans-Robert Richarz/greifenthal  | Fotos: Mitsubishi




 

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