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FIA Qatar Rally: World Cup Debakel - 7 Autos, kein X-raid

17. Feb. 2020 I Autor: Hansy Schekahn I 1296 mal gelesen
FIA Qatar Rally: World Cup Debakel - 7 Autos, kein X-raid
Dakar-Sieger und Local Hero Nasser Al Attiyah und Navigator Matthieu Baumel gelten als die grossen Favoriten in Qatar

Wenn im Management die Führung durch Unfähigkeit glänzt, wird das Management ausgetauscht. Es sei denn, es handelt sich um eine Bank. Oder einen Sport-Verband. Das die Führung im Motorsport-Weltverband FIA im Bereich Offroad-Motorsport mit zu den schlechtesten Sport-Managern überhaupt zählt, ist nichts Neues. Das man den World Cup mit aller Gewalt kaputt macht, auch nicht. Aber die nun anstehende "Qatar Cross Country Rally" vom 23. bis 27. Februar 2020, Auftakt zum World Cup für Rallys, stellt alles Bisherige in den Schatten.

Schlechtestes Auto-Teilnehmerfeld in der Geschichte des World Cups

7 - in Worten "Sieben" - Autos haben sich in Qatar angemeldet. Das ist das bisher schlechteste Ergebnis in der Geschichte des FIA Cross Country World Cups. Ja, wir reden über die Weltmeisterschaft. In der Formel 1, in der DTM, in der WRC begeistert das Millionen. Weil man a) Lust, b) Ahnung von Marketing und c) überhaupt Ahnung von irgendwas hat. Im (FIA-freien) Amateur-Sport wie der "Breslau Rally Polen" oder "Marokko Desert Challenge" findet man zwischen 50 bis 150 Autos.

Nicht im Offroad-World Cup. Seit Jahrzehnten die gleichen Gesichter in den Stühlen - und wenn mal ein neues Gesicht was Gutes bewirken will, wird es so schnell wie möglich weggemobbt. Und: Seit Jahrzehnten geht es nur bergab. Mit Vollgas. Wie jüngst auf der "Baja Russia - Northern Forest", Auftakt zum Baja World Cup. Alleine schon die Entscheidung, zwei eh schon dünn besuchte Event-Reihen auch noch zu splitten, zeugt von der geistigen Unfähigkeit der FIA-Führung.





Aber es kommt noch besser. In Qatar ist nicht ein einziger X-raid Mini aus dem deutschen Trebur mit im Rennen. Das Feld besteht ausschliesslich aus Overdrive Toyota und ein paar B-Autos. Überraschung: Nach 5 Jahren hört selbst das polnische Orlen-Werksteam mit X-raid Mini auf: Jakub Przygonski und sein deutscher Navigator Timo Gottschalk haben zu Toyota gewechselt. Offiziell nur testweise, wie Orlen sagt. Aber ausser Toyota und X-raid gibt es aktuell keine siegfähigen Autos auf dem Markt - und die Zusammenarbeit mit X-raid hat man offiziell beendet.

Przygonski / Gottschalk wechseln von X-raid Mini zu Overdrive Toyota

Werfen wir also einen Blick in die Startliste: Ganz vorne - na klar - Local-Hero und Dakar-Sieger 2019 Nasser Al Attiyah mit seinem französischen Beifahrer Matthieu Baumel im Overdrive Toyota. In einem zweiten Toyota der Saudi Arabier Yazeed Al Rajhi mit seinem britischen Navigator Michael Orr, in einem dritten Toyota das Polnisch-Deutsche Duo Przygonksi / Gottschalk.



Ein Wiedersehen gibt es mit den ungarischen "Old School" Privatiers Balazs Szalay und Laszlo Bunkoczi im selbst gebauten Opel Grandland X, dann folgen noch die Privatiers Khaled Ahmed Alferaihi / Wleed Alfiuam aus Saudi Arabien (Nissan Patrol T1), Abdulla Al Rabban aus Qatar mit seinem russischen Navigator Igor Chudaykin in einem nicht näher definierten T1-Jeep und Mohammed Al Meer aus Qatar mit dem Ukrainer Dmytro Tsyro, der sonst mit Fahrer Denis Krotov in einem X-raid Mini unterwegs ist. Beide stehen mit einem Chevrolet T1-Prototyp in der Startliste.



Zusätzlich zu den 7 Autos finden sich noch 12 Fahrzeuge der schnellen "Golf-Cart" SSV-Fraktion im Rennen, das war´s. Keine weiteren Kunden, noch nicht einmal ein Truck. Für jeden normalen Veranstalter würde ein so mieses Starterfeld das Ende der Rally und einen grossen wirtschaftlichen Verlust bedeuten, in Qatar gilt eine Rallye wie diese allerdings als "Prestige", man zieht also auf jeden Fall durch. Schon verrückt: Rechnerisch kommen auf jeden Teilnehmer 5-25 Mitarbeiter hinter den Kulissen - die meisten ehrenamtlich.

2.198,95 Kilometer insgesamt, 1.426,28 Kilometer in reiner Wertung

Am Sonntag dem 23. Februar startet die eigentliche Rallye, in fünf Etappen geht es bis Donnerstag, den 27. Februar. 1.426,28 Kilometer in Wertung müssen von den Teilnehmern bewältigt werden, dazu kommen 772,67 Kilometer Überführung - somit verbringen Fahrer und Co. insgesamt 2.198,95 Kilometer im Auto. Eines steht jetzt schon fest: Es wird ein verdammt einsames Wüsten-Rennen.

hs/schekahn | Fotos: Qatar Cross Country, Opel Dakar Team, Red Bull




 

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