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In der Corona-Krise hält die Auto-Industrie fest zusammen

27. Mar. 2020 I Autor: Maren Tamm-Headland I 976 mal gelesen
In der Corona-Krise hält die Auto-Industrie fest zusammen
Masken, medizinische Teile, Spenden, Autos und mehr - die Autoindustrie hilft in Corona Zeiten schnell und umfangreich

Die Corona-Pandemie bringt die Wirtschaft an ihre Grenzen. Angesichts geschlossener Geschäfte fällt der Konsum, der wichtigste Schmierstoff der Gesellschaft, ersatzlos aus. Viele Betriebe bangen um ihre Existenz. Auch die Automobilwirtschaft ist in ihren Grundfesten erschüttert. Die Produktion liegt lahm, die bei den Händlern stehenden Neuwagen dürfen nicht verkauft werden und die noch geöffneten Werkstätten klagen über stark zurückgehende Umsätze, weil viele Kunden ihre Termine stornieren oder einfach nicht erscheinen.

In den eigentlich härtesten Zeiten entwickelt sich Menschlichkeit

Eigentlich müsste der Betrieb in den Werkstätten jetzt auf Hochtouren laufen, wenn Winter- gegen Sommerreifen ausgetauscht werden und Fahrzeuge allgemein für den Sommer fit gemacht werden sollten. Praktisch geht das auch - doch nun fallen die zahlreichen Zahnräder auf, die zu einem funktionierenden Grossen Ganzen dazugehören. So reicht oft nur ein kleines Ritzel, um eine Branche lahmzulegen. Nun hoffen die Händler auf die Unterstützung ihrer Marken - und auf den Rettungsschirm von Bund und Ländern.



Doch daneben gibt in der aktuellen Situation auch Lichtblicke. Denn es geht nicht nur um Geld. Offensichtlich ist der Gedanke der Mitmenschlichkeit noch nicht untergegangen, auch nicht in der Autoindustrie. Viele ihrer Unternehmen engagieren sich inzwischen mit konkreten Aktivitäten beim Kampf gegen das unheimliche Virus und unterstützen mit einer Veränderung ihrer Produktion zugunsten des Gesundheitswesens.

Zettl produziert nun Masken, Schott hauptsächlich Glasröhrchen

Auch Zulieferer haben den Ernst der Lage erkannt. Das bayrische Unternehmen Zettl zum Beispiel, bisher vor allem als Spezialist für Sitzbezüge und Türverkleidungen bekannt, lässt nun die dringend benötigten Atemschutzmasken nähen und will die Produktion stark ausweiten. ZF Friedrichshafen hat sein Produktportfolio in China ebenfalls um Masken erweitert und produziert aktuell rund 100.000 Masken täglich für seine Belegschaft und die umliegenden Gemeinden. Die Firma Schott, u.A. bekannt für Auto-Glas oder Airbags, hat auch ein Werk im total abgeriegelten Örtchen Mitterteich in Bayern - auf Anordnung von ganz oben geht der Betrieb weiter, man produziert für die Medizin wichtige Glasbehältnisse.



Die Welle der Hilfsbereitschaft rollt weltweit und zerstört das Bild der kalten und berechnenden Automobilmanager, die nur an den Profit denken. In den USA überlegen Ford und General Motors, wie sie das schlecht vorbereitete amerikanische Gesundheitssystem mit der Produktion von medizinischen Gerätschaften unterstützen können. Auch Tesla will Beatmungsgeräte herstellen.

Grösste Aktion von Fiat-Chrysler mit Geräten, Euros und Autos

Mit am heftigsten reagiert der Fiat-Chrysler Konzern der Familie Agnelli aus Italien. Man greift voll durch: 10 Millionen Euro Spende gibt es an Hilfsorganisationen. Fiat Chrysler Automobiles (FCA), Ferrari und CNH Industrial haben zusammen mit Unternehmen ausserhalb der Gruppe - darunter Ermenegildo Zegna und Pesenti Group – insgesamt 150 Beatmungsgeräte sowie weitere medizinische Ausrüstung von verschiedenen außereuropäischen Anbietern organisiert. Die Konzern-eigene Leasys (FCA Bank) Leasing Unternehmen stellt Fahrzeuge für Rotes Kreuz, Katastrophenschutz und Co. zur Verfügung.

Der grösste deutsche Autobauer Volkswagen beschäftigt sich ebenfalls mit der Produktion von Teilen für medizinische Geräte. "Sobald wir die Anforderungen kennen und die entsprechenden Blaupausen erhalten, können wir starten," erklärte ein VW-Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. Dafür sollen 3D-Drucker des Konzerns zu Einsatz kommen. Einen anderen Weg wählt hingegen Mercedes-Benz. Statt konkreter Produkte will der Konzern auf seinen Werbekanälen bei Facebook und Co. Tips gegen Corona geben (richtige Hygiene etc.) und Informationen teilen. Jeder, wie er kann.



Im Kampf gegen Covid-19 fallen auch Grenzen zwischen Wettbewerbern. So haben sich in der Plattform "Industrie vs. Virus" Mitarbeiter von Bosch, Audi, Volkswagen und dem Spezialisten für Medizintechnik Dräger zusammengeschlossen. Inzwischen hat die Gruppe bereits 400 Mitglieder. BASF spendet seit vergangener Woche Desinfektionsmittel für die Krankenhäuser im Rhein-Neckar-Raum.

Liste der Anti-Corona Aktivitäten wächst täglich und international

Die Liste dieser Aktivitäten wächst täglich, und sie zeigt, das die oft gescholtene Industrie in Zeiten wie Diesen auch ihre Rolle als solidarisch handelnde Unternehmen nicht vergessen. Statt ausschliesslich über Verluste zu klagen, nutzt sie Kreativität und Wissen der Mitarbeiter, um gegen das Virus zu kämpfen.

Das dabei auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen – geschenkt. Denn schliesslich behalten die Menschen, die jetzt Masken statt Sitzbezüge nähen oder medizinische Geräte am 3D-Drucker produzieren, ihre Arbeitsplätze. Und auch das zählt am Ende. Je länger die Krise dauert, desto kreativer werden die Verantwortlichen in den Konzernzentralen reagieren. Bleibt zu hoffen, das diese Bereitschaft auch nach dem Ende der Corona-Krise bleibt.

hs/tamm-headland/w.wuttke/ampnet | Fotos: FCA, Volkswagen, Rottonara (Pixabay)


 

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