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Maybach SUV: Komplementäres Angebot anstatt Substition

21. Nov. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 3236 mal gelesen
Maybach SUV: Komplementäres Angebot anstatt Substition
Optisch unterscheidet sich der Maybach GLS vom Serien-GLS vor allem durch den feinen Kühlergrill

Mercedes hat aktuell eine ziemlich komische Angewohnheit: Neuheiten alle zugleich zu präsentieren - oder "alle Munition auf einmal zu verschiessen". Das mag Geld sparen, aber man kommt mit der Berichterstattung nicht hinterher, stellt News zurück oder kürzt aus Zeitgründen. Zudem tauchen alle Mercedes nur an einem Tag bei Google und Konsorten auf - anstatt es taktisch über einen längeren Zeitraum zu verteilen. Nun muss man dagegen halten, das es mit Loa Angeles und China gleich zwei Messen zeitgleich gab. Und Maybach sich in China besser verkauft.

Spoiler: Dieser Maybach ist zusammengefasst nur ein GLS mit Extras

Ein Maybach SUV? Das klang spannend, doch schnell wurde klar: Wie bei der S-Klasse wird es auch diesmal nur ein Badge-Engineering wie Toyota zu Lexus. Die Premiere des stolz "Mercedes Maybach GLS 600 4Matic" genannten SUV wurde eher husch-husch zwischen die des AMG-GLS und AMG-GLE gepackt. Beim GLS haben die Stuttgarter optisch noch etwas Glück, man hat das alte, kantig-beliebte Design nur leicht dem aktuellen "Rubens-Frau-Stil" angepasst. Wie also nun aus einem halb-schicken GLS einen Maybach-GLS machen? Durch angenehme Kosmetik, Luxus, Power und ganz viele Maybach-Embleme. 2020 soll das Dickschiff offiziell angeboten werden.





Martin Hülder, Direktor des Produktmanagements für Mercedes-Maybach, antwortet kryptisch auf die Frage, wer denn noch einen Maybach SUV brauche (wenn es doch eigenständige Über-SUV von Bentley und Rolls Royce gibt). Die Antwort: "Nach unserer Überzeugung erfolgt eher eine Differenzierung der Nachfrage als eine Substitution. Dazu sind die Unterschiede bei Design und Fahrzeugkonzept einfach zu gross. Wir sehen das SUV daher als komplementäres Angebot." Heisst auf Deutsch: Unsere Kunden brauchen ihn nicht, sie würden ihn so nebenbei "mitnehmen". Hülder ergänzt: "Unsere Kunden besitzen in der Regel ... mehrere unterschiedliche Fahrzeuge – und wenn sie ein SUV fahren möchten, sollen sie einen Mercedes-Maybach fahren können."

Der Maybach soll nicht revolutionieren - er ist ein Luxus-Mitnahmeprodukt

Unter der Haube werkelt ausschliesslich ein V8-Benziner mit vier Litern Hubraum, 558 PS und 730 Nm Drehmoment, der in dieser Form exklusiv für Maybach entwickelt wurde. Ein 48-Volt EQ-Boost erhöht die Leistung um 22 PS und 250 Nm. Das reicht, um den 5,20 Meter langen, 2,03 Meter breiten und 1.83 Meter hohen Luxus-Benz in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Dabei gönnt sich das Dickschiff etwa 12 Liter, was heutzutage nicht salonfähig, aber bei einem Auto diesen Formates durchaus akzeptabel ist.



Äusserlich unterscheidet sich der Maybach vom profanen GLS kaum - es sind die Details. Als erstes sticht die zweifarbige Lackierung ins Auge, die an eine repräsentative Karosse des britischen Königshofes erinnert. Die Front wurde bulliger gestaltet und der Kühlergrill Maybach-typisch mit feinen vertikalen Chromstreben versehen, die an Nadelstreifen erinnern sollen. Dazu gibt es Chromakzente um die Seitenscheiben und Chromeinleger in den Seitenschwellern, exklusive 22- oder 23-Zoll Felgen (die 23er ebenfalls im Nadelstreifen-Design) und Endrohrblenden mit kleinem Quersteg.

Trittbretter fahren automatisch aus, dabei senkt sich die Karosserie dezent

Eines des Luxus-Highlights: Elektrisch ausfahrbare Trittbretter aus eloxiertem Aluminium, die von schwarzen Gummilamellen durchzogen sind, bei Dunkelheit leuchten und im Bereich der Fondtüren besonders breit sind. Sie verbergen sich im Schweller und fahren in einer Sekunde automatisch aus, wenn eine der Türen geöffnet wird. Aber es wird noch besser: Wenn sich die Türen öffnen, senkt sich der Wagen dank der Luftfederung automatisch leicht ab - das ganze kann im Infotainmentsystem auch noch personalisiert werden.



Die Ausstattung des Mercedes-Maybach GLS 600 4Matic ist - erwartungsgemäss - bereits serienmässig ausgesprochen luxuriös. Die beiden hinteren äusseren Sitze lassen sich elektrisch in Ruhesitze verwandeln. Die Polster und die Instrumententafel sind mit feinem Nappaleder bezogen, auf Wunsch gibt es eine Reihe zusätzlicher Kissen und noch mehr Lederbezüge auf den Innenverkleidungen. Ein elektrisch öffnendes Panorama-Schiebe-Hebedach mit blickdichter Jalousie muss ebenso wenig zusätzlich bestellt werden wie klimatisierte Massagesitze, dazu gibt es eine grosse Auswahl an erlesenen Materialien und Hölzern.

Auf Wunsch Champagner-Kühlschrank und -Gläser - Klischee muss sein

Als Sonderwunsch bestellbar ist beispielsweise die feste Mittelkonsole, die aus dem Wagen einen geräumigen Viersitzer macht. Für diese Konsole gibt es auf Wunsch ausfahrbare Klapptische, aber auch einen Kühlschrank mit Platz für Champagnerflaschen., die durch passende Kelche aus Silber ergänzt werden können. Mit dem serienmässigen "MBUX Fond Tablet" in der Mittelkonsole oder der Mittelarmlehne zwischen den Fondsitzen lassen sich die umfangreichen Funktionen auch von den Fondsitzen aus bedienen. Die Einbindung digitaler Endgeräte der Passagiere im Fahrzeug umfasst alle gängigen Standards.

Für die aktive Beduftung im Rahmen des optionalen "Air Balance" Pakets wurde für den Maybach GLS ein eigener Duft komponiert: Die weisse Osmanthusblüte, floral und leicht, wird mit einer zarten Ledernote und würzigem Tee abgerundet.





Im Grossen und Ganzen war es das auch schon mit den Besonderheiten, die einen Maybach GLS von einem Mercedes GLS unterscheiden. Wäre da noch der Preis, der den grössten Unterschied stellen dürfte - den teilte Mercedes aber noch nicht mit. Das der Maybach auch nicht wirklich eine Alternative zu Bentley und Rolls Royce ist, liegt auf der Hand - Badge-Engineering eines Serien-Mercedes ist eben immer noch etwas Anderes, als ein Traditions-Auto mit entsprechendem Namen in Handarbeit zu bauen. Aber wie anfangs schon beschrieben, das ist faktisch egal. Denn Mercedes rechnet mit eben den Kunden, die das Auto sowieso mitnehmen, ob man es braucht oder nicht. Eben komplementär.

hs/greifenthal | Fotos: Daimler / Maybach


 

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