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Nissan verlangt 91 Mio US-Dollar von Ex-Boss Carlos Ghosn

14. Feb. 2020 I Autor: Hagen Greifenthal I 290 mal gelesen
Nissan verlangt 91 Mio US-Dollar von Ex-Boss Carlos Ghosn
Er galt lange als Top-Manager, führte Nissan und Renault zusammen - doch dann stürzte Ghosn ab und wurde zum Mafiosi

Würden Sie Jemandem Verantwortung überlassen, der gleich drei Staatsbürgerschaften (Frankreich, Libanon, Brasilien) hat, also von vornherein ein garantiertes Ticket in zumindest zwei Länder hat, in denen man prima für immer verschwinden kann? Kann man machen. Dachte sich damals auch Nissan, als man Carlos Ghosn zum Boss machte. Der machte seine Geschäfte gut bis sehr gut - doch dann siegten Gier, Macht und Korruption. Ghosn war am Ende in Japan verhaftet worden, wurde nach dramatischen Appellen seiner Frau nach vier Monaten gegen eine Kaution auf freien Fuss gesetzt - er versprach hoch und heilig, zum Prozess zu erscheinen.

Der Ex-Manager floh filmreif in einer Instrumentenkiste aus Japan

Der Libanese/Brasilianer/Franzose nutzte das prompt zur Flucht - und zwar Filmreif. In einer für Musikinstrumente deklarierten Transport-Kiste liess er sich mit einem Privatjet erst in die Türkei bringen, danach flog er weiter in den Libanon - setdem versteckt sich Ghosn dort. Das schlug bereits erste Wellen. Angeblich habe ihn der Betreiber des Privatjets wegen Missbrauchs der Dienstleistung angezeigt, weiter wurden seit seiner Flucht die Gepäckkontrollen für Privat-Flüge in Japan verschärft - die bisher sehr lasch gehandhabt wurden.



Nun kommt es noch dicker für den Libanesen/Brasilianer/Franzosen: Ex-Arbeitgeber Nissan hat ihn im japanischen Yokohama auf 91 Millionen US-Dollar (ca. 84 Mio Euro) Schadenersatz verklagt - Begründung: "Jahrelanges Fehlverhalten und betrügerische Aktivitäten". Die Summe beeinhalte nicht nur Kosten und Strafen, die Nissan durch die mafiösen Aktionen Ghoshns entstanden. Der Ex-Manager soll auch mit Nissan-Geld sowie privatem Geld spekuliert haben und selbst private Verluste durch gestohlene Gelder von Nissan ausgeglichen haben. Nebenbei habe sich der Manager auch grosszügig privat bei Nissan bedient, das betrifft finanzielle Mittel, Nutzung von Flügen, Häusern, Autos und mehr.

Carlos Ghosn selbst versteckt sich derzeit im Libanon, beteuert seine Unschuld und sieht in der "Kampagne gegen ihn" eine Verschwörung. Ghosn gilt als Vater der Nissan-Renault Allianz, was Nissan einen grossen Teil der Eigenständigkeit kostete - darin sieht der Ex-Manager einen Grund. Bei Nissan selbst liefen die Geschäfte 2019 nicht perfekt. Zwar schreibt man schwarze Zahlen, aber der Nettogewinn schrumpfte in den ersten 9 Monaten des Jahres (bei Nissan läuft das Geschäftsjahr bis zum 31. März) um 87,6 Prozent (327,5 Mio Euro). Dennoch erwartet Nissan für das gesamte Jahr immer noch einen Reingewin von 550 Mio Euro.

hs/greifenthal | Fotos: Nissan, Ecole Polytechnique (CC BY-SA 2.0), Thesupermat (CC BY-SA 3.0)


 

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