NAVIGATION

Rallye-Schmiede Bowler von Jaguar Land Rover übernommen

19. Dez. 2019 I Autor: Hansy Schekahn I 1863 mal gelesen
Rallye-Schmiede Bowler von Jaguar Land Rover übernommen
Bowler Nemesis auf der Balkan Offroad - die kleine britische Rennschmiede gehört nun zu Jaguar Land Rover SVO

Jaguar Land Rover übernimmt die britische Rallyraid-Schmiede "Bowler", die vor allem in den 2000er Jahren in einem Atemzug mit X-raid BMW oder Dessoude Nissan genannt wurde. Vor dem Einstieg von Toyota, Volkswagen oder Peugeot in den Rallyeraid-Sport sowie der Professionalisierung von X-raid galten [ BOWLER ]-Fahrzeuge im Profi-Offroadsport sogar als sieg-fähig. Heute gewinnen Bowler immer noch, was sich allerdings eher auf den Amateur-Rallysport beschränkt.

Bowler ist der britische Individualist im Rallyraid Motorsport

Bowler begann mit dem legendären Tomcat, einem minimalistischen Motorsport-Fahrzeug auf einem Land Rover Leiterrahmen für den harten Offroad-Einsatz, der sich heute noch auf Veranstaltungen wie der "Breslau Rally" in Polen oder Wüstenrallys wie der "Tuareg" grosser Beliebtheit erfreut. Als Weiterentwicklung kam der Wildcat, der seinerzeit auf einem Gitterrohr-Rahmen anstatt Leiterrahmen basierend als "High-End" Rallyfahrzeug galt und in verschiedenen Versionen - je nach Budget - angeboten wurde.



Gründer und Namensgeber Drew Bowler hatte viele Ideen - die man aber nicht immer im Einklang umsetzen konnte. So zerstritt man sich mit einigen Mitarbeitern, die daraufhin den Wildcat-ähnlichen "Rallyraid UK Desert Warrior" entwickelten. Statt Land Rover Motoren setzte man auf BMW-Motoren, was später auch von Bowler angeboten wurde - die BMW Motoren erwiesen sich im Rallysport als stabiler und zuverlässiger als die britischen Motoren.

Mit der Entwicklung des schicken Nemesis setzte man nach dem Wildcat auf das neue Land Rover Design und kopierte gelungen die Linien des Range Rover Sport. Doch das Projekt kam ins Wanken, die Nemesis hatten zu Beginn zahlreiche Konstruktionsfehler, glänzten eher mit Motorschäden in Kombination mit Wasser und durch überdurchschnittlich viele Überschläge durch eine falsche Verteilung des Gewichts.

Die Bowler Geschichte wurde mit dem Wildcat Prototyp erfolgreich

Mit dem Nemesis verabschiedete man sich zudem vom Tomcat/Wildcat Prinzip und gab dies an das kleine Unternehmen "QT" ab, unter deren Label Kunden weiterhin einen Wildcat bauen lassen konnten - denn von der Stange gab es die Fahrzeuge nie. Als "Wildcat W1" gab es das Auto im Anschluss noch von der britischen Firma [ WILDCAT AUTOMOTIVE ], allerdings mit einem profanen Chevrolet V8 Motor. Bowler selbst versuchte sich mit verschiedenen Projekten wie z.B. einem Land Rover Defender für die seriennahe T2-Klasse. Doch eine fehlende Homologation liess das Fahrzeug nur im Amateur-Motorsport zu, der Erfolg blieb aus (obwohl Land Rover in UK sogar eine eigene Serie ins Leben rief).



2016 starb Gründer und Namensgeber Drew Bowler - doch sein Unternehmen lebte weiter. Als Neuentwicklung präsentierte man den "Bowler Bulldog", der sich wieder am alten Defender - diesmal mit Doppelkabine - anlehnt. Obwohl sich erste Exemplare gut verkaufen liessen, blieb der Erfolg aus. Ein zu hoher Preis und vor allem unausgereifte Elektronik machten den neuen Bulldog im Rallyesport unattraktiv, der Bulldog hatte schnell einen Ruf als "Schön-Wetter-Auto".

Übernahme überrascht - will Land Rover in Rallysport einsteigen?

Eher überraschend hat Jaguar Land Rover das kleine Unternehmen Ende Dezember 2019 übernommen um es in die Abteilung "Special Vehicle Operations" (SVO) zu integrieren. Als Mitgift bringt Bowler unter anderem "seine Expertise in punkto Offroad-Fahrdynamik, Kleinserienfertigung und Belastungstests von Komponenten unter extremen Bedingungen" (Original-Ton Land Rover) mit. Bowler füge sich laut Jaguar Land Rover perfekt in das SVO Portfolio als neuen Geschäftsbereich ein. Bowler und seine Unternehmungen gehören nunmehr vollständig zu Jaguar Land Rover, werden aber den Geschäftsbetrieb zunächst in den eigenen Räumlichkeiten fortführen.



"Seit nahezu 35 Jahren steht der Name Bowler für Innovation und Erfolg," sagt Michael van der Sande von SVO. "Bowler hat sich mit der Teilnahme an den härtesten Offroad-Rallys einen hervorragenden Ruf erworben. Es ist spannend, das wir jetzt Teil dieser Geschichte sind und die Zukunft von Bowler als Teil von Jaguar Land Rover lenken können. Mit der Integration, der Kompetenz und Erfahrung des Bowler-Teams bringen wir unsere Kompetenz einen Schritt weiter: Wir wollen ein spannendes und vielfältiges Portfolio an Produkten und Geschäftseinheiten innerhalb von SVO bereitstellen. Dabei ist es uns wichtig die Mitarbeiter und Kunden von Bowler während des Übergangs zu Jaguar Land Rover tatkräftig zu unterstützen."

Ob damit ein Einstieg von Jaguar Land Rover in den Offroad-Motorsport bevor steht, liessen die Briten offen. Interessant wäre es allemal - und Land Rover hätte eine perfekte Plattform für die Vermarktung des neuen Defender. Brutal gesagt würde man sich damit auch des alten "Land Rover Gesichts" entledigen. Wie auch immer, man darf gespannt sein was da noch kommen mag...

hs/schekahn/leitner-garnell | Fotos: RBI Media, Actiongraphers, Walcher Racing, Bowler


 

WEITERE PASSENDE NACHRICHTEN ZUM ARTIKEL

Bezahlte Empfehlung | Anzeige



FIA CROSS COUNTRY WORLD CUP 2020


Bezahlte Empfehlung | Anzeige


VIDEO TIP AUS UNSEREM KINO



SERIEN & SPECIALS BEI JOHNTIM.DE


Bezahlte Empfehlung | Anzeige


Social Media und Kontakt

Facebook

social

Twitter

social

Youtube

video

Dailymotion

video

Newsletter

kontakt

E-Mail Box

kontakt


JOHNTIM.DE RALLYE RUECKBLICK


Bezahlte Empfehlung | Anzeige



Bezahlte Empfehlung | Anzeige