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Peugeot Landtrek Pickup - China Klon und nicht für Europa

20. Feb. 2020 I Autor: Hagen Greifenthal I 4777 mal gelesen
Peugeot Landtrek Pickup - China Klon und nicht für Europa
Neues Pickup-Gesicht bei Peugeot - Silberner Ring bedeutet Zivilversion, schwarzer Ring die Arbeitsversion

Die Mercedes X-Klasse geht, da kommt Peugeot mehr oder weniger überraschend pompös und weltweit zeitgleich morgens um 6:00 Uhr mit der Meldung: "Wir bringen jetzt auch einen Pickup." Ehm, ok, Peugeot war früher ja auch mal Pickup-Spezialist, wenn auch überwiegend Allrad-frei. Doch nun auf einmal ein pompöser Pickup im Stil eines Nissan Navara, Toyota Hilux, Mitsubishi L200, Isuzu D-Max, Volkswagen Amarok, Renault Alaskan... und ganz selbstbewusst mit Allrad?

Sieht aus wie die Nissan-Plattform, ist aber ein Changan aus China

Sollte da etwa ein weiterer Klon des Navara wie aktuell der Alaskan bzw. bis vor kurzem die Mercedes X-Klasse kommen? Immerhin sagt Peugeot, das Auto sei bewährt. Auch wenn es optisch auf den ersten Blick so sein mag: Der "neue" Peugeot Landtrek ist kein Nissan Navara - aber schon ein Klon: Basis ist der chinesische Changan Kaicene F70. Kennen Sie nicht? Wir bis vor kurzem auch nicht. Der Changan feierte seine Premiere im November und ist ausschliesslich für China bestimmt. Hat es Peugeot so nötig? Nein. Aber man will den Billig-Pickup Markt vor allem in Südamerika mitnehmen (damit scheiterte Mercedes). Und deshalb sagt man auch ganz deutlich: "Für den europäischen Markt ist das neue Modell aktuell nicht vorgesehen."





Freuen wir uns also mit dem französischen PSA Konzern, der anscheinend wieder etwas richtig gemacht hat. Der weltweite Pickup-Markt ist gross, die Platzhirsche seit Jahrzehnten gesetzt. Wenn man also wie Mercedes einen teuren, dicken, in Europa produzierten Klumpen dagegen auf den Markt wirft, kann das nichts werden. Wenn man aber einen Billig-Pickup aus China holt (der technisch stabil ist), ihn ordentlich umlabelt und verbessert und dann billig dort verkauft, wo der Preis Alles bedeutet: Sooo geht gutes Management. Nissan nutzt das selbst in den USA: Dort verkauft man noch den alten Navara als neuen Frontier und nimmt noch so ein paar Mark mit, die hierzulande schon verpufft wären.

Volle Geländetauglichkeit durch Allrad und robuste China-Technik

Der neue Peugeot Landtrek ist als Einzel- oder Doppelkabine erhältlich und bietet damit Platz für bis zu sechs Personen. Er misst mit einer Einzelkabine 5,39 Meter, mit einer Doppelkabine 5,33 Meter. Die Breite ist bei beiden Varianten mit 1,92 Metern die gleiche. Je nach Grösse des Rades hat er eine Bodenfreiheit von 21,4 oder 23,5 Zentimetern, eine Unterbodenverkleidung aus Metall schützt den Motor vor Beschädigungen.





Mit bis zu einer Tonne Nutzlast ermöglicht das neue Modell eine Anhängerlast von bis zu 3,5 Tonnen. Auf der Ladefläche können Güter mit einem Gewicht – je nach Version – bis zu einer Tonne oder 1,2 Tonnen transportiert werden. Durch das grosse Format der Ladefläche finden in der Variante mit Einzelkabine drei Euro-Paletten Platz. In der Variante mit Doppelkabine sind es zwei Europaletten.

Der Peugeot Pickup ist vor allem für den harten Einsatz gedacht

Wer besonders schwere und lange Güter transportiert, kann den Landtrek ohne hintere Stossstange bestellen, wodurch sich die Heckklappe um 180 Grad öffnen lässt. Für ein einfaches Arbeiten auch bei Dunkelheit beleuchten LED-Lampen die Pritsche. Zusätzlich werden elektrische Geräte mittels einer 12-Volt-Steckdose in der Ladefläche auch bei der Fahrt mit Strom versorgt.

Der Landtrek kommt mit Allradantrieb, auf Wunsch auch mit einfachem Heckantrieb. Bei der 4x4-Version wird ein Teil der Kraft auf die Vorderachse übertragen. Dies ermöglicht dem Fahrer die Wahl zwischen zwei Modi: 4H = Normaler Allradantrieb und 4L = Allradanrieb mit Untersetzung 2,7 zu 1. Zusätzlich ist das Differentialgetriebe mit einem eLocker System ausgestattet. Es bringt zusätzlich Traktion und wird automatisch ausgelöst, wenn einer der Reifen durchdreht. Bis zu 60 Zentimeter tiefes Wasser sollen so drin sein, der vordere Böschungswinkel lässt grosszügige Winkel zu.





Der Innenraum ist überraschend hochwertig und mit allerlei Schnickschnack vollgepackt. Wer jetzt denkt, das haben die Franzosen auf den Chinesen draufgelegt: Nein. Selbst der Kaicene F70 bringt schon eine volle Hütte mit. Peugeot bietet seinen Nicht-Europäischen Kunden ein 10 Zoll-Touchscreen aus dem 508, es gibt eine eingebaute 10 GB-Festplatte, einen Smartphone-Anschluss, eine automatische Zwei-Zonen-Klimaanlage, sechs Airbags, bis zu vier Kameras und zahlreiche Fahrerassistenzsysteme wie Bergabfahrhilfe, ASR, Spurhalteassistent oder eine Hängerschwenk-Steuerung.

Bei den vorderen Plätzen haben Kundinnen und Kunden die Wahl zwischen zwei Einzelsitzen und einer Sitzbank für drei Personen. Der mittlere Platz lässt sich umklappen und als Arbeitstisch nutzen. Einmalig im Segment ist die Modularität der Rückbank. Sie kann vollständig oder im Verhältnis 40/60 umgeklappt werden und besitzt eine Traglast von 100 Kilogramm.



Was der Peugeot Landtrek unter der Haube hat, deuten die Franzosen nur an: Entweder Diesel oder Benziner, entweder Handschalter (für beide) oder 6-Gang-Automatik (nur Benziner). Auch Preise nannte Peugeot noch nicht. Also: Schauen wir mal nach China, denn nach Insider-Infos ist die gleiche Technik verbaut: Dort läuft der Changan Kaicene F70 mit drei Dieseln oder zwei Benziner-Motoren (die aber fast identisch sind).

Motoren von Mitsubishi, Isuzu und Yunnei beim Original Kaicene F70

Und die kommen nicht irgendwo her: Von "Yunnei" stammt ein 1,9-Liter 150 PS Diesel mit 350 Nm. Von Isuzu die beiden anderen 2,5-Liter Diesel, entweder mit 129 PS / 320 Nm oder 150 PS und 360 Nm. Bei den Benzinern haben die Chinesen zwei Mitsubishi 2,4-Liter Aggregate verbaut: Entweder mit 211 PS und 320 Nm oder mit 218 PS und 320 Nm - die Motoren unterscheiden sich letztlich nur durch die Evolutionsstufe.



Die Preise dürften je nach Land drastisch variieren, nehmen wir also auch die China-Preise als Basis: Dort startet der Zwilling Changan Kaicene F70 sagenhaft billig mit 99.800 Yuan (etwa 13.200 Euro) für den kleinen Diesel ohne Allrad, den Top-Diesel mit Allrad gibt es ab 139.800 Yuan (etwa 18.500 Euro). Die Benziner liegen zwischen 92.800 Yuan (etwa 12.300 Euro) und 131.800 Yuan (etwa 17.500 Euro). Sie sehen also, in welcher Preis-Kategorie man sich hier bewegt - und das sagt wohl auch aus, warum der Peugeot Landtrek nicht nach Europa kommen wird.

hs/greifenthal/schekahn | Fotos: Peugeot, Changan




 

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