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Opel plant eigene Batteriezellen-Produktion statt Import

10. Feb. 2020 I Autor: Maren Tamm-Headland I 283 mal gelesen
Opel plant eigene Batteriezellen-Produktion statt Import
Innerhalb des PSA-Konzernes wird Opel eine führende Rolle bei der Produktion von eigenen Batterie-Zellen spielen

Opel, noch vor nicht allzu langer Zeit auf der roten Liste der bedrohten Automobilmarken, startet bestens erholt in die Elektromobilität und übernimmt dabei gleichzeitig eine Pionierrolle innerhalb des PSA-Konzerns. In Zukunft wird Opel in Deutschland eigene Batteriezellen herstellen und sich damit von den asiatischen Herstellern unabhängig machen, die aktuell den Weltmarkt beherrschen. Opel-Chef Michael Lohscheller gab jetzt in Kaiserslautern den Startschuss zum Aufbau einer eigenen Batteriezellen-Fertigung.

Deutschland und Nordfrankreich sollen PSA-Elektrozentren werden

"Hier in Kaiserslautern entsteht ein echtes Jahrhundertprojekt," erklärte Michael Lohscheller. Insgesamt zwei Milliarden Euro werden in den Standort investiert, ausserdem entstehen bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze. "Dabei handelt es sich mit um die grösste Kapazität, die im Rahmen dieses Projekts in Europa bislang angekündigt wurde." In Kaiserslautern entstehen in den kommenden Jahren drei Blöcke mit jeweils acht Gigawattstunden, was für eine halbe Million Fahrzeuge mit Batteriezellen reicht.



Die konkreten Baumassnahmen sollen im Jahr 2023 beginnen, so das der erste Abschnitt ein Jahr später mit der Produktion beginnen kann. In Kaiserslautern werden in Zukunft auch die Zellen für Feststoffbatterien entstehen, die eine wesentlich grössere Reichweite als die bisher eingesetzten Energiespeicher ermöglichen. Entwicklung und Forschung sind ebenfalls dort angesiedelt. Die endgültige Kapazität soll dann noch vor dem Jahr 2030 erreicht sein.

"Wir schaffen hier unsere technolgische Eigenständigkeit und sind auch bereit, unsere Batterien an andere Hersteller zu liefern," sagt Lohscheller. Mit der Anlage beugt Opel dem von allen Herstellern befürchteten Szenario vor, das asiatische Produzenten in Zukunft ihre Monopolstellung zu Preisdiktaten ausnutzen, wenn sich die Elektromobilität in den kommenden Jahren durchgesetzt hat.

Macron sieht Rolle eines führenden Anbieters von Batteriezellen

Das neue Werk in Kaiserslautern gehört zu einer strategischen Initiative des PSA-Konzerns, der Opel/Vauxhall übernommen hat und Peugeot, Citroen und DS Automobiles zu seinen Marken zählt. Neben der Produktionsstätte in der Pfalz entsteht ein weiteres Werk in Nordfrankreich, mit dem sich die Gruppe, so der französische Staatspräsident Emanuel Macron "zu einem führenden europäischen Anbieter von Batteriezellen entwickelt." Die beiden Fabrikationen sollen gleichzeitig auch zu einem ehrgeizigen politischen Ziel beitragen: "25 bis 30 Prozent des globalen Bedarfs an Elektroauto-Batterien sollen künftig in Europa hergestellt werden," so Michael Lohscheller.



Neben Lohscheller ist auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sichtlich zufrieden mit der Entwicklung. "Als ich vor rund anderthalb Jahren angeregt habe, das Europa eine eigene Batteriezellproduktion aufbauen muss, waren einige Zeitgenossen irritiert. Jetzt ist es soweit," blickte der Minister zurück. Und: "Uns war gleichzeitig auch wichtig, das Opel als eigenständige Marke und Akteur auf dem Weg in die elektrische Zukunft wahrgenommen wird." Die Bundesregierung fördert die neue Fabrikation laut Altmaier "mit einem dreistelligen Millionenbetrag."



Bis zum Jahr 2024 sollen alle Opel-Modelle auch elektrisch angetrieben werden. Den Auftakt macht aktuell der Grandland X Hybrid Allrad, als reiner Stromer folgt der Kleinwagen Corsa-E - dazu will Opel sich auch am elektrischen PSA-Nutzfahrzeug-Programm bedienen. Entwickelt werden die elektrischen Antriebe im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum, das zugleich auch als globales Kompetenzzentrum der PSA-Gruppe für die Elektromobilität und für die Brennstoffzellenentwicklung fungiert. Gleichzeitig rüstet Opel seinen Heimatstandort Rüsselsheim zur "Electric City" auf. Dort entstehen aktuell 1.300 Ladepunkte.

hs/tamm-headland/walther wuttke/ampnet | Fotos: Ampnet, Opel


 

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