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Sachverständige fordern digitale Auto Hauptuntersuchung

19. Feb. 2019 I Autor: Maren Tamm-Headland I 279 mal gelesen
Sachverständige fordern digitale Auto Hauptuntersuchung
Wie immer äusserst attraktive Prüfer bei der Haupt Untersuchung eines SUV (hier Dekra)

Mit dem Auto ohne eigenes Zutun Abstand halten, automatisch in der Fahrspur bleiben oder im Notfall eine Vollbremsung machen: Moderne Fahrzeuge werden immer digitaler und per Internet vernetzt. Das macht das Autofahren bequemer und insgesamt sicherer, schafft aber neue Risiken. Die Systeme könnten im laufenden Betrieb ausfallen, weil beispielsweise Sensoren defekt sind oder kriminelle Hacker eingreifen.

Digitale Fahrzeugsysteme sollten bei HU geprüft werden

"Wir brauchen ein Sicherheitskonzept für die digitalen Funktionen von modernen Fahrzeugen", sagte Dr. Michael Fübi, Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV), anlässlich des 'Sachverständigentags 2019' in Berlin. "Digitale Fahrzeugsysteme sollten wie analoge oder elektronische Komponenten bei der Hauptuntersuchung sowie bei der Zulassung neuer Modelle auf ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit geprüft werden."



Das sieht auch eine breite Mehrheit in der Bevölkerung so: Zwei von drei Bundesbürgern (67 Prozent) sind der Meinung, dass automatisierte Funktionen in Fahrzeugen Bestandteil der Hauptuntersuchung sein sollten. 28 Prozent halten das für nicht erforderlich und 5 Prozent machen keine Angaben. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.002 Personen ab 18 Jahren ergeben.

Prüforganisationen fordern gesetzliche Voraussetzungen

Bisher sind digitale Prüfungen nicht möglich, weil die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen. "Die Prüforganisationen müssen Zugang zu sicherheitskritischen Daten und der Software der Fahrzeuge bekommen. Nur so können sie Risiken nachvollziehbar bewerten", betonte Fübi. Dafür sei ein erweiterter gesetzlicher Prüfauftrag dringend erforderlich.

Beim "Sachverständigentag 2019" von TÜV-Verband und DEKRA diskutieren am 18. und 19. Februar in Berlin rund 500 Verkehrsexperten, Prüfingenieure, IT-Experten und Politikvertreter über die Herausforderungen der mobilen Gesellschaft. Ein zentrales Thema sind die technischen, organisatorischen und politischen Voraussetzungen für die praktische Umsetzung der digitalen Hauptuntersuchung sowie der digitalen Typgenehmigung.

hs/Shahd/VdTÜV/ots | Fotos: Dekra, VdTÜV


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