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Tesla Cybertruck Spass-Studie - Wie das Auto so die Show

25. Nov. 2019 I Autor: Bert Hallmackenreuther I 702 mal gelesen
Tesla Cybertruck Spass-Studie - Wie das Auto so die Show
Das eckige Pendant zum runden Mercedes GLB - Wenn Kinder Autos malen, wird in etwa sowas daraus - wie bei Tesla

Bei Tesla, oder besser dessen Gründer Elon Musk, liegen Genie und Wahnsinn dicht beieinander. Erst hatte man mit dem "Model S" konservativ designt den Elektroauto-Markt umgekrempelt und aufgepuscht, es folgte ein "SUV" genannter Golf-Plus Verschnitt namens "Model X", dann geriet man mit dem Einsteiger-Modell "Model 3" in Zugwang, präsentierte schnell einen zweiten Golf-Plus (also auch SUV) namens "Model Y", einen Truck und einen Sportwagen.

Die Tesla Taktik - Klappt etwas nicht, verspreche noch Grösseres

Den Sportwagen schickte Elon Musk schonmal in Richtung Mars, den er ja in den nächsten Jahren besiedeln will. Und nun ein Pickup. Fassen wir zusammen: Model 3 top, Model X naja, danach bisher nur Flops, Ankündigen, Ablenkungsmanöver. Man verzichtet auf Autohäuser, persönlichen Service und man mag keine Medien. Im Gegenteil, Tesla ist strukturell wie eine Sekte aufgebaut, die "Jünger" folgen Elon Musk blind. Er könnte mit einem Welpen ein Baby schlagen, die Fans würden jubeln. Für seriöse Autofans ist Tesla seitdem Eines: Ein "Neverland" wie bei Michael Jackson, ein wildes Projekt das es zu bestaunen gilt, ein Projekt eines Visionärs und Drogen-Junkies gleichzeitig (und damit meinen wir nicht das harmlose Kiffen).



Nun war es wieder soweit. Die Jünger jubelnd in Stellung, die Medien handverlesen, alles eine grosse Show aus dem Blickwinkel, aus dem man Tesla sehen soll. Doch genau wie der gross angekündigte Tesla-Pickup "Cybertruck" eine abgefahrene aber nutzlose Studie ist, genauso floppte die Show diesmal. Und ja, die Jünger jubelten natürlich trotzdem, als hätte man sie glatt aus einem DDR-Trainingslager der FDJ geholt und dabei mit Straflager in Sibiren gedroht.

Chefdesigner verbockt nicht nur Design sondern auch Präsentation

Franz von Holzhausen ist ein Tesla Muster-Angestellter, dem Chef treu dienend und ergeben. "Könntest Du bitte versuchen, das Glas zu zerbrechen?" fragte Tesla-Chef Elon Musk seinen Chefdesigner bei der Präsentation des Cybertruck in Kalifornien. Von Holzhausen griff sich die vorbereitete Stahlkugel und vergewisserte sich noch einmal, ob sich Musk der Sache sicher sei: "Ja!"



Sprach's und durfte mit ansehen, wie die vermeintlich bruchsichere vordere Seitenscheibe des jüngsten Tesla-Modells in Stücke zerbarst. Musk stiess einen kurzen Fluch (F*ck) aus, und von Holzhausen fragte, ob man die Übung noch einmal an der hinteren Seitenscheibe versuchen solle: "Sicher". Und so sicher wie das Amen in der Kirche zerbrach auch das hintere Fenster. Musk musste die verbleibenden zehn Minuten seiner Präsentation vor dem beschädigten Exponat bestreiten. Die Jünger jubelten weiter, die Aktienkurse stürzten in den Keller.

Musk Anhänger jubeln wie DDR-Blauhemden - Aktie stürzt massiv ab

Doch es hätte dieser gründlich misslungenen Präsentation nicht einmal bedurft, um die Jünger des Tesla-Gurus in Bestürzung zu versetzen - und seine Skeptiker in schallendes Gelächter ausbrechen zu lassen. Dazu genügte bereits der erste Blick auf den Cybertruck, ein 5,89 Meter langes, 2,03 Meter breites und 1,91 Meter hohes Metallobjekt, bei dessen Design das Geodreieck offenbar nicht nur als Hilfsmittel, sondern als Inspiration diente. Mit einem Pickup, wie Amerikaner ihn gerne kaufen, hat der Tesla-Pickup freilich wenig zu zun.

Der Cybertruck soll die meistverkauften Fahrzeuge der USA allen Ernstes herausfordern – allen voran die F-Serie von Ford, einen in zahllosen Konfigurationen lieferbaren Pritschenwagen. Und Tesla sparte nicht mit kritisch-herablassenden Vergleichen: Die Latte liegt hoch.



Die vorläufigen technischen Daten des pyramidenförmigen Gefährts können sich indes tatsächlich sehen lassen. Die Kabine bietet bis zu sechs Sitzplätze in zwei Reihen, die Pritsche fasst 2.832 Liter Ladung und das Fahrzeug soll bereits in der schwächsten Version 3.400 kg ziehen können. Es soll drei Varianten geben: Eine Version mit Heckantrieb und einem Motor, eine Version mit Allradantrieb und zwei Motoren sowie eine Version mit drei Motoren und Allradantrieb.

Tesla lockt mit bis zu drei Motoren und mehr Wumms als ein Porsche

Das Einstiegsmodell schafft den Spurt auf 60 Meilen bzw. 96 km/h in 6,5 Sekunden, die mittlere Variante benötigt dafür 4,5 Sekunden und das stärkste Modell nur 2,9 Sekunden. Die Spitze liegt bei 176 km/h, 192 km/h bzw. 208 km/h. Und das stärkste Modell soll mehr als sechs Tonnen an den Haken nehmen können – behauptet Tesla. Wie immer müssen sich Elektro-Kunden dazu klarmachen: Das gilt nur als Spitzenwert und keinesfalls permanent, wie bei herkömmlichen Motoren. Wer also - wie bei Tesla - ein Rennen gegen einen Porsche gewinnt, wird das nur ein- bis zweimal tun. Dann ist der Akku leer, der Porsche zieht vondannen.



Das Interieur zeichnet sich durch eine äusserst frugale Optik aus: Neben dem eckigen Lenkrad und einem grossen Zentral-Bildschirm befindet sich vor den vorderen Passagieren ein kantiges Brett – ohne Armaturen. Man darf sich fragen, welche Lösungen Tesla bis zum avisierten Marktstart im Herbst 2021 auf dem Hut zaubern will, um den einschlägigen Crashvorschriften im Innenraum zu genügen, und das gleiche gilt für die scharfkantige Aussenhaut.

Cybertruck würde mit diesem Design vermutlich nie Zulassung bekommen

39.900 Dollar, umgerechnet rund 36.000 Euro, verlangt Tesla für die Einstiegsvariante, ein mit dem Fahrerassistenzsystem "Autopilot" ausgerüstetes Spitzenmodell kostet knapp den doppelten Betrag. Anzahlungen werden – wie bei Tesla-Präsentationen üblich – ab sofort entgegengengenommen, wobei der Betrag mit 100 Dollar ungewöhnlich niedrig angesetzt ist. Offenbar will man sich mit einer hohen Anzahl von Vorbestellungen brüsten, um Zweifeln an der Marktfähigkeit des gewöhnungsbedürftigen Modells den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Nur 100 US-Dollar Anzahlung - so kann man beim Flop schnell erstatten

Franz von Holzhausen darf sich unterdessen darüber freuen, das seiner Vorführung in Gegenwart des Chefs so durchschlagender Erfolg beschieden war. Denn das Design, so muss man die bestürzten Spontan-Reaktionen in den sozialen Medien interpretieren, ist gründlich danebengegangen. Und in einem anderen Punkt sind Kenner sich einig: Das Monstrum wird a) so niemals kommen und b) würde so auch niemals den Preis halten. Daher nehmen wir den Tesla-Pickup ebenso ernst wie im Rausch getwitterte falsche Versprechungen des Chefs: Ein Ablenkungsmanöver. Mal sehen, was als Ablenkung für diese Ablenkung folgt...

hs/hallmackenreuther/meiners/ampnet | Fotos: Tesla


 

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