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Uni-Projekt: Militär Mercedes G findet versteckte Bomben

20. Dez. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 1472 mal gelesen
Uni-Projekt: Militär Mercedes G findet versteckte Bomben
Dieser unscheinbare Mercedes G Geländewagen trägt eine Technik in sich, die tausende Leben retten kann

Weihnachtszeit und Militär? Ja - denn diese Nachricht wird in Zukunft vermutlich hunderten, wenn nicht tausenden Soldaten das Leben retten. Es geht um versteckte Bomben und Minen am Strassenrand (Improvised Explosive Devices - IED), die einfach herzustellen, leicht zu verstecken aber schwer zu finden sind. In vielen Krisenländern wie Afghanistan oder dem Irak gehören sie zum Alltag, bedrohen einzelne Fahrzeuge und ganze Konvois. Nicht selten werden sie auch von Zivilisten ausgelöst. In Afghanistan sind nach Angaben der Universität 66 Prozent der Koalitions-Opfer auf Anschläge mit IED zurückzuführen. Nur mühsam müssen Voraus-Trupps Strecken sichern, das gelingt aber nicht immer.

Ein Student und sein Team machten das Thema IED´s zur Doktorarbeit

Der Holländer Dennis van de Wouw von der Technischen Universität Eindhoven hat sich im Rahmen einer Doktor-Arbeit in einem gemeinsamen Projekt mit Industrie und dem niederländischen Verteidigungsministerium mit dem Thema intensiv beschäftigt und ein Frühwarnsystem entwickelt. Als Basisfahrzeug diente ein älterer Mercedes G des Militärs. Das Problem ist seit Jahren bekannt, doch wie die Bombem entdecken? Van de Wouw war pfiffig und ging einen ungewöhnlichen Weg. Anstatt auf Wärmesysteme, Chemie-Detektoren oder Ähnliches zu setzen, beobachtet sein System im Detail - und bemerkt Veränderungen.



Wer eine Bombe oder Mine platziert, verändert die Umgebung. Das kann offentsichtlich sein, aber auch nur kaum sichtbar z.B. durch plattgetretenes Gras passieren. Dafür muss die Strecke einmal archiviert (abgefahren und aufgezeichnet) werden. Van de Wouw den Mercedes Geländewagen mit einem intelligenten Videosystem ausgestattet, das dann während der Fahrt die Strecke in Echtzeit mit der Gespeicherten vergleicht und auch minimalste Veränderungen sofort erkennt. Dieses System besteht aus einer Stereokamera (eine Kamera mit zwei Linsen, die 3D-Bilder erzeugt), einem GPS-Positionierungssystem und einem Rechner mit einer Bildanalyse-Software.

Das Geheimnis ist eine Echtzeit-Analyse von Veränderungen aller Art

Eine Herausforderung bestand darin, auch unterschiedliche Winkel, Tageszeit und Wetterbedingungen mit einfliessen zu lassen. Das ist gelungen. Wenn eine Strecke also bei Sonnenschein mittig aufgezeichnet wurde, kann sie auch bei Regen und von links gefilmt eventuelle Gefahrenstellen erkennen und umgehend Alarm geben. Darüberhinaus führte der Doktorand auch erste Experimente mit künstlicher Intelligenz durch, durch die Erkennungsfähigkeiten auch unter schwierigsten Bedingungen verbessert werden.

Das niederländische Verteidigungs-Ministerium zeigte sich sehr zufrieden mit der Arbeit und Technologie von Dennis van de Wouw und seinen Partner - beeindruckt zeigt man sich vor allem durch die Geschwindigkeit, mit der das neue System die Warnsignale verarbeitet. Van de Wouw präsentierte seine Arbeit am 11. Dezember 2019 - und setzt seine Forschung nun in Kooperation mit "ViNotion", einem Spin-off der Forschungsgruppe "Video Coding and Architectures" TU Eindhoven fort.

hs/schekahn/van Appeven/tu-e | Fotos: TU Eindhoven, Wikipedia/The U.S. Army/Joost J. Bakker/cc-by-2.0/U.S. Air Force


 

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