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Wahlen in UK - VDA bedauert Brexit aber respektiert ihn

13. Dez. 2019 I Autor: Bert Hallmackenreuther I 305 mal gelesen
Wahlen in UK - VDA bedauert Brexit aber respektiert ihn
Grossbritannien hat sich entschieden - für Boris Johnson und damit einen sehr klaren Brexit wohl im kommenden Jahr

Der Unterschied zwischen Politik und Wirtschaft ist einfach: In der Wirtschaft braucht man Bildung und Fachwissen, in der Politik reichen Lügen, Intrigen und Machtwille. Ja, selbst eine Angela Merkel hatte sich im Windschatten als Wasserträgerin von Helmut Kohl nach oben gearbeitet um Kohl dann das Messer in den Rücken zu rammen. Eine Ausnahme bietet da Finnland - dort hat man sich entschlossen, die Regierung mit jungen, hübschen Mädels zu besetzen, die alle auch was auf dem Kasten haben.

Johnson ist ein Mini-Trump - aber er steht für einen klaren Brexit

In Grossbritannien hatten die Briten jetzt die Wahl - nicht zwischen "Wer macht es gut und wer nicht", sondern zwischen einem machtgeilen Proleten (364 Sitze im Parlament, Mitte-Rechts) und einem verträumten Weltverbesserer (203 Sitze, Links). Gab halt nichts Gutes - und so hat man sich mit Boris Johnson ausdrücklich für den harten Brexit ausgestossen. Oder wie "Der Spiegel" heute schreibt: "Verloren haben Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität." Lustig: Die Grünen sind in Grossbritannien nur eine Rand-Erscheinung und sind mit 1 Sitz (!) die Partei mit dem schlechtesten Ergebnis.



Lirumlarum, die Wahlen in Grossbritannien haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, das der Brexit nun zügig umgesetzt werden kann. Zumindest theoretisch. Voraussichtlich am 31. Januar 2020 wird das Vereinigte Königreich die EU verlassen - und muss dann erstmal über Jahre den Brexit abarbeiten. Falls die Briten es schaffen, wie erhofft ein zweites Monaco aus ihrem Land zu machen, wunderbar.

Doch Träume helfen nicht weiter und für die britische Industrie, die nicht national bestehen kann, ist der Brexit eine schlechte Nachricht. Während z.B. Aston Martin eine neue Fabrik baut (aber wie Rolls Royce und Bentley nicht den Massenmarkt bedient), ziehen sich Nissan, Honda, Opel, Land Rover und viele mehr immer weiter zurück. Der Brexit könnte also auch der endgültige Untergang des einstigen "Empires" sein. Viel ist ja eh nicht über.

Grossbritannien wichtigstes Exportland für deutsche Autobauer

Wer denkt, das betrifft die deutsche Autoindustrie nicht? Falsch. Auch wenn man es kaum glauben mag, aber UK ist das wichtigste Exportland für Pkw aus deutscher Produktion. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden gut 512.600 Pkw aus Deutschland in das Vereinigte Königreich ausgeführt. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 12 Prozent und der dritte Rückgang in Folge. Im Jahr 2016 wurden noch 809.900 Fahrzeuge nach Grossbritannien exportiert - ja, selbst "Tampon Charly" Prinz Charles wird immer wieder dabei erwischt, das er lieber Audi anstatt Land Rover oder Jaguar fährt.



Der "Verband der Automobilindustrie" (VDA) ist ebenfalls nicht besonders glücklich über das Ergebnis. "Wir bedauern den Brexit, respektieren aber die Entscheidung der Briten," sagt Bernhard Mattes, (noch) VDA-Präsident. "Um die komplexen Anpassungsprozesse so gut wie möglich beherrschen zu können, brauchen unsere Mitgliedsunternehmen schnell einen klaren Handlungsrahmen für die zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen Europäischer Union und Grossbritannien."

Deutsche Autoindustrie kann Brexit stemmen - aber Kuh nicht vom Eis

"Die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie können die Herausforderungen, die sich durch einen geordneten Brexit ergeben, stemmen. Allerdings sind dafür klare und umsetzbare Regeln und Prozesse nötig," betonte Mattes. "Die Kuh ist noch nicht vom Eis." Nach einem eventuellen EU-Austritt Grossbritanniens Ende Januar 2020 verbleiben zunächst elf Monate, um ein Abkommen über das zukünftige Verhältnis EU-Grossbritannien zu verhandeln. "Das ist ein zeitlich sehr ambitioniertes Ziel," sagte Mattes. "Aus Sicht der Automobilindustrie sollte das Verhältnis zwischen Grossbritannien und der EU so eng wie möglich bleiben."



Gleichzeitig haben für die Automobilindustrie der Zusammenhalt und die vier Grundfreiheiten der EU-27 höchste Bedeutung. Bereits ab dem 1. Februar 2020 werden nach jetzigem Stand die Freihandelsabkommen der EU mit Drittstaaten wie Japan und Südkorea nicht mehr für das Vereinigte Königreich gelten. Das wird vor allem für die Standorte in Grossbritannien eine Herausforderung.

hs/hallmackenreuther | Fotos: Pixabay/Stux/TheDigitalArtist/liushuquan/timhill/TLSPAMG


 

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