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Warwick Universität forscht an Wiederbelebung alter Auto-Akkus

23. Jan. 2020 I Autor: Maren Tamm-Headland I 308 mal gelesen
Warwick Universität forscht an Wiederbelebung alter Auto-Akkus
In Autos nicht mehr nutzbare Akkus haben oft noch mehr als 70 Prozent ihrer Leistung - die verfallen ungenutzt

Kritiker von Hybrid- und Elektroautos bemängeln oftmals die umweltschädliche Herstellung von Batterien bzw. Akkus für die Elektromobilität - und liegen damit nach dem aktuellen Stand auch absolut richtig. Doch auch hier klopft die Zukunft bereits an die Tür: Denn alte Akkus kann man auch zu Gold machen. Daran forschen Unternehmen, Wissenschaftler und Universitäten weltweit. Wie z.B. an der britischen University of Warwick (WMG). "Auto-Akkus liefern einige tolle Umweltvorteile, doch sie verbrauchen dafür viele Ressourcen," sagt Professor David Greenwood. Darin sehe man ein spannendes und neues Forschungsfeld.

Akkus, die bisher am Ende sind, haben noch über 70 Prozent Leistung

Forscher der WMG haben für Nissan einen Prozess entwickelt, um schneller und günstiger zu prüfen, ob alte Auto-Akkus für ein zweites Leben im Heim- oder Industriebereich geeignet sind. Das soll es erleichtern, für Fahrzeuge bereits zu schwach gewordene Akkus weiter zu verwenden, ehe sie recycelt werden müssen. Über 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität haben gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus meist noch, wenn sie im Auto nicht mehr sinnvoll sind. "Akkus ein zweites Leben zu eröffnen, verbessert sowohl den Umwelt- wie auch auch den Wirtschaftswert, den wir aus den genutzten Ressourcen schöpfen," betont Professor Greenwood.

Das Problem: Die Bewertung, welche der Speichermodule, aus denen ein Akku aufgebaut ist, wirklich für eine Weiterverwertung geeignet sind, war bislang relativ langwierig und teuer. Nissan hat daher nach effizienteren Prüfmethoden gesucht. Dem WMG-Team ist es gelungen, Prüfverfahren zu entwickeln, mit denen die Bewertung einzelner Module in teils nur 3 Minuten anstatt wie bisher über 3 Stunden möglich ist.



In ersten Pilot-Tests an Nissan Leaf Akkus hat sich das Verfahren bewährt. Nun folgen ausgedehntere Tests des Verfahrens zur Akkuprüfung in einem Pilotwerk. Nissan hofft, das die überwältigende Mehrheit der Akkus, die in Europa in E-Autos verbaut werden, in Sekundäranwendungen zum Einsatz kommen kann. Dies würde grössere Wertschöpfung und weniger Verschwendung durch zu frühes Recycling bedeuten.

Eine mögliche Anwendung noch relativ leistungsfähiger, aber im Mobiltätsbereich ausgemusterter Akkus ist die Nutzung als Zwischenspeicher für Wind- und Solarstrom; die Akkus könnten so also einen zusätzlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Ein Team der University of Warwick setzt auch auf alte Auto-Akkus für die Stromversorgung entlegener Gebiete in Entwicklungsländern.



Selbst wenn die Akkus dann ein zweites Leben bekommen und ausgehaucht haben, sind sie französischen Wissenschaftlern hingegen immer noch bares Geld wert - anstatt Sondermüll. In einem den Briten ähnlichem Projekt erforschen die Franzosen, was man aus ganz kaputten Akkus noch rausholen kann - und waren überrascht. Durch diverse Verfahren, die heute noch teuer sind aber zukünftig in Masse günstig werden, können ursprüngliche Rohstoffe zu grossen Teilen bereits heute recycelt werden - und sogar ganz neue Zweige in der Recycling-Industrie hervorbringen. Die Zukunft hat also gerade erst begonnen...

hs/pte/pichler/tamm-headland | Fotos: University Warwick


 

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